Wiedereröffnung

Wir freuen uns sehr, den Kasseler Kunstverein wieder für Sie öffnen und Ihnen die Ausstellung „abandoned stories“ von Jenny Michel und Hlynur Hallsson endlich zeigen zu können.

Geöffnet ist ab dem 03.06. zu den gewohnten Öffnungszeiten Di – So von 11 – 18 Uhr und donnerstags von 11 – 20 Uhr.

Eine Voranmeldung für Ihren Besuch ist nicht notwendig.

Hier finden Sie Informationen zu Ihrem Besuch während COVID-19

Unsere digitalen Vermittlungsformate der letzten Wochen setzen wir weiter für Sie fort. Informationen dazu finden Sie unter Vermittlung.

 

Hlynur Hallsson | Jenny Michel 
abandoned stories

01.04. - 20.06.2021

„abandoned stories“ - aufgegebene oder verlassene Geschichten - aus losen Enden und einzelnen Textzeilen. 

Der Kasseler Kunstverein hat zwei Künstler*innen für "abandoned stories" zusammengebracht, deren Werke äußerlich kaum unterschiedlicher sein könnten, sich aber zu einer spannenden und anregenden Ausstellung verbinden. Hallsson und Michel arbeiten mit dem vermeintlichen Absolutheitsanspruch von Geschriebenem – politischen Statements, Theoriegebäuden oder eher persönlichen Bewertungen, ohne jedoch die derzeitige „Fake-News“-Diskussion zu befeuern. Text und Bild oder Text als Bild werden stattdessen neu und überraschend verbunden, poetisch kombiniert und die Künstler*innen lassen aus den Fragmenten neue Kontexte, Verweise und Zusammenhänge entstehen.

Jenny Michel verbindet Zeichnungen, Objekte und gefundene Dokumente und Texte zu komplexen Werkreihen und raumgreifenden Installationen. Inhaltlich vielschichtig verbinden sich philosophisch-wissenschaftliche Betrachtungen, Forschungssystematiken und eigene Setzungen zu einem labyrinthischen Theoriegebäude. Optisch überladen mit historischen Schemazeichnungen, Satzfragmenten und weit vernetzten Bezugslinien, geben Michels Arbeiten Wissenschaftlichkeit als festen Rahmen vor und entlarven diesen Anspruch gleichzeitig ironisch als Glaubens- oder Denkmodell. Durch ihre fantasievolle und komplexe Herangehensweise verbindet sie Wahrheiten mit Utopien und Sehnsüchten zu einem ganz eigenen Modell der Welterklärung.

Hlynur Hallsson nutzt für seine konzeptuellen Wandarbeiten Textfunde und Zitate aus unterschiedlichsten Quellen. Reaktionen auf aktuelle Ereignisse (ob scheinbar wichtig oder banal), ortsbezogene Kommentare oder Alltagsphrasen werden zu einem fortlaufenden Textblock zusammengestellt. Meist in drei Farben – gegliedert nach isländisch (Hallssons Muttersprache), englisch und der am Ausstellungsort vorherrschenden Sprache – sprüht Hallsson in Großbuchstaben direkt auf die Wand. Die assoziativ kombinierten Sätze offenbaren ein feines Gespür für inhaltliche Bezüge und sprachliche Besonderheiten, genauso wie für konkrete Poesie und humorvolle Absurditäten.

Die Kombination aus überbordendem Informationsgehalt und Materialeinsatz in Michels Installationen und den mit einfachsten Mitteln realisierten hintergründigen Denkanstößen Hallssons wird in „abandoned stories“ zu einer spannungsgeladenen, verrätselten Beschreibung unserer Zeit, in der private Twitterbotschaften gleichwertig neben wissenschaftlich ausgearbeiteten Theorien zu stehen scheinen.

Fotos: Nicolas Wefers

Die Ausstellung wird gefördert und unterstützt von

 

„Idee und Praxis der Kunstvereine“ ist Immaterielles Kulturerbe

Wir freuen uns über die Aufnahme der Kunstvereine in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO Kommission und die damit verbundene Wertschätzung unserer Arbeit.

Als Immaterielles Kulturerbe gelten lebendige kulturelle Traditionen und Ausdrucksformen, die durch das Engagement seiner Träger*innen lebendig und zukunftsorientiert gehalten, weiterentwickelt und weitergegeben werden. Ziel ist, die Vielfalt des lebendigen Kulturerbes in Deutschland zu erhalten, zu pflegen und zu fördern.
Das für die Auswahl zuständige Expertenkomitee der Deutschen UNESCO Kommission würdigt in seiner Begründung die wichtige gemeinwohlorientierte Trägerfunktion der Kunstvereine in der praktischen Vermittlung ästhetisch-kultureller Bildung. Ihre Vielfalt trage maßgeblich zur Diversität der Kunstlandschaft und Gesellschaft bei. „Ursprünglich dem Bürgertum vorbehalten, fördern Kunstvereine heute eine offene Teilhabe und tragen Kunst in breite Gesellschaftsschichten. Als urbane und moderne Akteure der Vernetzung nehmen sie an Diskursen zeitgenössischer Kunst teil und treiben diese an. Dabei pflegen sie ein Demokratieverständnis, das für den Erhalt eines lebendigen und vielfältigen Kulturerbes wichtig ist.“


Die ersten Kunstvereine wurden zwischen 1792 und 1840 vom aufstrebenden Bürgertum gegründet, der Kasseler Kunstverein im Jahr 1835. Heute sind in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) im deutschsprachigen Raum rund dreihundert Kunstvereine organisiert. Die ADKV hat 2019 den Antrag zur Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes gestellt.

https://www.unesco.de/kultur-und-natur/immaterielles-kulturerbe/immaterielles-kulturerbe-deutschland/kunstvereine

14. Mai 2021 18:00

Gespräche mit: Hlynur Hallsson

Aufzeichnung des Künstlergesprächs vom 14.05.2021
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13. Juni 2021 16:00

Gespräche mit: Jenny Michel

Aufzeichnung des Künstlerinnengespräch vom 13.06.2021
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20. Juni 2021 14:00

Finissage

Geöffnet bis 20 Uhr
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