Einbruch der Dunkelheit

In Kooperation mit dem 35. Kasseler Dokumentarfilm und Videofest

BALi Kinos , 17.11, 00:00

Camp
Eine kleine Gruppe von Kindern hat sich an einem Ort ein temporäres Lager errichtet. Sie liegen in ihren Schlafsäcken. Nach und nach stehen sie auf, wissend und unerschrocken. Sie kennen ihr Ritual. Eine mysteriöse Choreografie aus Flüstern, Summen und Murmeln, Berührungen und Bewegungsmustern entfaltet sich, eine undurchschaubare Szenerie eigenartiger Aktionen zwischen Besessenheit, Kinderspiel, Hypnose und Anbetung.

Deutschland 2017 / 10:06 Min. / keine Dialoge / Regie: Julia Charlotte Richter

Screen
„Während er über die Auswirkungen des fließenden Sandes nachgrübelte, verfiel er von Zeit zu Zeit der Illusion, dass er selber in dieses Fließen einbezogen sei.“ (Kōbō Abe) Instabile Zonen. Schwebende Partikel. Feuer, Wasser, Erde, Luft. Stimmen fiktionaler Filmfiguren, mal suggestiv, mal autoritär, führen die Betrachtenden aus dem Hier und Jetzt. Wer spricht? Im Verhältnis der Hypnotisierten zum Hypnotiseur spiegeln sich die Beziehung der Kinozuschauer/innen zur Leinwand.

Deutschland 2018 / 17:30 Min. / deutsch, englisch, französisch / englische UT / Regie: Christoph Girardet, Matthias Müller

Pfauenloch
Eine dunkle, feuchte Grotte, eine Unterwelt abgründiger Künstlichkeit. Steinerne und wässrige Flächen, in präzise arrangiertes Kunstlicht getaucht, untermalen mit dem Sound des Horrors. Zwischen Schwarzblenden erscheinen Zombies, versehrte, fragmentierte, modifizierte Körper, starre Blicke. Kunstvoll isolierte Fragmente von Grusel und Spannung.

Österreich 2018 / 9:00 Min. / keine Dialoge / Regie: Katrina Daschner

Tourneur
NOMINIERUNG: Goldener Schlüssel
Zwischen Massen von wabernden Schaumwolken schleichen sich angespannte Körper durch das Bild. Jugendliche, deren Blicke und Gesten zwischen Angriffslust und Angst, Provokation und Rückzug changieren, richten sich auf ihre Gegner/innen aus – den Stier, die überlegene Naturerscheinung, die es gilt, in die Enge zu treiben. Die adrenalingeladene Atmosphäre eines südfranzösischen Stierkampfspektakels wird in TOURNEUR zu einer Gratwanderung zwischen dokumentarischer Beobachtung, kunstvoller Stilisierung und subtilem Kommentar.

Deutschland 2018 / 14:23 Min. / keine Dialoge / Regie: Yalda Afsah

Shouting at the Ground
NOMINIERUNG: Goldener Schlüssel
SHOUTING AT THE GROUND ist eine rätselhafte Kriminalgeschichte, die mit landwirtschaftlichen und archäologischen Themen verknüpft ist, mit den Motiven der Beerdigung und der Ausgrabung und die in Bild und Ton zwischen brutaler Verkörperung und dem tiefschwarzem Nichts wechselt. In einem Torfmoor im Nordwesten Englands wurde eine spanische Frau ermordet. Ihre vergrabene Leiche wurde in die dichte Masse des Moorbodens eingeschlossen. Torfboden, der über Jahrhunderte hinweg als Brennstoff abgebaut wurde und der bei seiner Verbrennung vor Urzeiten eingelagerten Kohlenstoff in das belastete Ökosystem entlässt. Als die Leiche, die eine unbestimmte Zeit in dieser Bodenmasse gelegen hatte, wieder auftauchte, hatte sich ihre Identität verschoben, war verschwommen mit der Geschichte des Materials.

Großbritannien 2017 / 17:28 Min. / englisch / Regie: Graeme Arnfield

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