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URS LÜTHI - SPAZIO UMANO

Arnold-Bode-Preisträgerausstellung

12.-27.12.2009

Preisverleihung/Eröffnung: Freitag, 11.12.2009, 19 Uhr

Urs Lüthi, 1947 in Kriens bei Luzern geboren und in München zu Hause, ist der Arnold-Bode-Preisträger 2009. Der Schweizer Künstler hat sich durch unzählige Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, unter anderem bei der documenta 6 und der 49. Biennale in Venedig, einen internationalen Ruf erworben. Seit 1994 lehrt Urs Lüthi an der Kunsthochschule Kassel.

Im Mittelpunkt seiner Kunst steht der Mensch, der der Künstler unverkennbar selbst ist. Die androgyne Fotoserie "The Numbergirl" machte ihn Anfang der siebziger Jahre früh berühmt, seitdem wird er - in wechselnden Stilen und Medien - als Selbstdarsteller und Rollenspieler zugleich erlebt. Kaum ein anderer Künstler betreibt dies mit solcher Obsession. Doch offenkundig ist: Es geschieht nicht aus Eitelkeit oder aus narzisstischer Selbstbespiegelung. Lüthi stellt sich vielmehr als Modell zur Verfügung, um das Dasein exemplarisch zu erschließen: "I’ll be your mirror". Seine Kunst reicht von morbider Laszivität bis moribunder Drolerie, schafft Ikonen von den Höhe- und Tiefpunkten wie auch der Normalität seines Lebens bis hin zum alltäglichen Ärger über die Tücke des Objekts. Unter der Parole "Art is the better life" versucht Urs Lüthi unbeirrt das Unmögliche: die Überbrückung des polaren Gegensatzes von Kunst und Leben. So entsteht ein „spazio umano“ (dt.: menschlicher Raum) mal mit Pathos, mal mit groteskem Humor, mal mit beiden zusammen, immer aber von einer präzisen Schönheit.

"SPAZIO UMANO" ist auch der Titel seiner Preisträgerausstellung. Wiederum exemplarisch zeigt Lüthi darin eine Skulpturengruppe, die deutlich auf die jüngste Kunstgeschichte rekurriert, sowie Bilder, bei denen in einem "all over" seine bisherigen Bilder zusammengefasst werden.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreiches Künstlerbuch.

Die Preisträgerausstellung und das Künstlerbuch werden gefördert von der Kasseler Sparkasse und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

    

Pressemitteilung_Urs Luethi

Abb.: Urs Lüthi, "Spazio umano I" aus der Serie "Art is the better life", 2007, Skulpturen auf lackiertem Holzsockel

 

Monitoring
Ausstellung von Medieninstallationen im Rahmen des
26. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofestes
11.-15.11.2009

Marina Abramovic (New York)
Candice Breitz (Berlin)
Mascha Danzis (Marburg)
Sophie Ernst (Bussum/Berlin)
Goran Galic, Gian-Reto Gredig (Zürich)
Claire Glorieux (Paris)
Ignas Krunglevicius (Oslo)
Nadja Verena Marcin (New York)
//////////fur//// art entertainment interfaces: Volker Morawe & Tilman Reiff (Köln)
Karina Nimmerfall (Berlin)
Nika Oblak & Primoz Novak (Ljubljana)
Rotraut Pape (Berlin/Offenbach)
Reynold Reynolds (Berlin)
Julika Rudelius (New York/Amsterdam)
David Sarno (Offenbach)
Catrine Val, Olaf Val (Kassel)

16 Installationen von Künstlern aus sieben Ländern werden bei Monitoring, der Medienkunstausstellung im Rahmen des 26. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofestes, zu sehen sein. Monitoring, seit 1997 fester Bestandteil des Festivals, findet in diesem Jahr an zwei Ausstellungsorten statt. Neben dem KulturBahnhof werden auch die Räumlichkeiten des Kasseler Kunstvereins bespielt.



Die Ausstellung Monitoring befasst sich mit aktuellen Positionen der Medienkunst. Die Besonderheit dabei ist, dass Arbeiten international renommierter Künstler zusammen mit Werken des künstlerischen Nachwuchs, darunter auch Studierende der Kunsthochschule Kassel, ausgestellt werden. Kollektive Erinnerungen und typisiertes Verhalten bilden den Hintergrund für die in diesem Jahr ausgewählten Arbeiten. Sie geben Anlass für medienkünstlerische Analysen von gesellschaftlichen Zusammenhängen und Formen der Identitätsbildung.

Im KulturBahnhof sind Werke zu sehen, die sich mit den Themen Erinnerung und Selbstinszenierung sowie der Positionierung von Individuen angesichts von Identitätsbildern in Medien befassen. In den Arbeiten, die im Kasseler Kunstverein gezeigt werden, geht es thematisch um das Aufgreifen von Rollenmustern und der Auseinandersetzung mit politischen und gesellschaftlichen Inhalten.



Der freie Charakter ist sicherlich eine weitere Besonderheit von Monitoring: Kunstschaffende konnten sich bis Juli 2009 für diese Ausstellung bewerben. Rund 300 Vorschläge zu den unterschiedlichsten Thematiken sind eingegangen. Für die Auswahl zeichnet sich eine Jury aus Künstlern, Kuratoren und Kunstwissenschaftlern verantwortlich, die sich aus Mitarbeitern des Filmladens, der Hochschule für Bildende Künste Dresden, des Kasseler Kunstvereins und der Kunsthochschule Kassel zusammensetzt. Alle ausgestellten Arbeiten konkurrieren um den mit 2.500 Euro dotierten "Golden Cube", den Preis für die beste Medieninstallation, gestiftet vom Kasseler Softwareunternehmen Micromata GmbH. Der Golden Cube 2009 geht an Sophie Ernst und ihre Medieninstallation "Home". Eine lobende Erwähnung erhielt Ignas Krunglevicius.


Die Ausstellung Monitoring ist eine Kooperation von: Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest , Kasseler Kunstverein, Kulturdezernat/documenta Archiv und Stellwerk.

Der Programmkatalog ist ab dem 23.10. kostenlos erhältlich.

Sonderöffnungszeiten im Kasseler Kunstverein:
Mittwoch, 11.11., 19-23 Uhr
Donnerstag, 12.11., 11-22 Uhr
Freitag, 13.11., 11-22 Uhr
Samstag, 14.11., 11-22 Uhr
Sonntag, 15.11., 11-19 Uhr

Öffnungszeiten im KulturBahnhof Kassel (Südflügel, Stellwerk, KAZimKUBA):
Mittwoch, 11.11., 19-23 Uhr
Donnerstag, 12.11., 17-22 Uhr
Freitag, 13.11., 17-22 Uhr
Samstag, 14.11., 17-22 Uhr
Sonntag, 15.11., 17-20 Uhr

Freier Eintritt an allen Ausstellungsorten!

Pressemitteilung_Monitoring_2009

Abbildungen:

Marina Abramovic, "8 Lessons on Emptiness with a Happy End", Medieninstallation, 2008

Candice Breitz, Stills aus "Factum Kang" aus der Serie "Factum",

2009, Zwei-Kanal-Installation, 2 Festplatten, Loop, 69:10 Min., beauftragt von The Power Plant, Toronto; Commissioning Partner - Partners in Art

Claire Glorieux, "Ça vous parle? Does it Mean Anything to You?", Medieninstallation, 2009

Nadja Verena Marcin, "Singing in the Rain", Medieninstallation, 2008

Karina Nimmerfall, "Vertical Villa (Part Two)", Medieninstallation, 2009

Julika Rudelius, "Rites of Passage", Medieninstallation, 2008

 

Kasseler Kunstpreis 2009

Preisträgerausstellung: Donnerstag bis Samstag, 5.-7.11.2009

 

Im Kasseler Kunstverein findet bereits zum zweiten Mal die Preisverleihung des Kasseler Kunstpreises mit anschließender Preisträgerausstellung statt. Drei Tage lang werden Arbeiten von Nicole Jana, die mit dem Kasseler Kunstpreis - Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung 2009 für den Bereich Bildende Kunst ausgezeichnet wurde, gezeigt.

Das künstlerische Werk der Preisträgerin Nicole Jana (*1979) ist geprägt von der Malerei. Bestimmt vom malerischen Prozess setzt sie sich in ihrem Werk mit der Darstellung gedanklicher Architektur auseinander. In ihren plastischen Arbeiten macht sie die Leinwand zur Skulptur und zwingt den Betrachter durch die veränderte Sicht auf die Gegenstände eine neue Authentizität wahrzunehmen. Zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit markiert Nicole Jana einen ganz eigenständigen Weg und trägt mit ihren Arbeiten wesentlich zur Erneuerung und Weiterführung malerischer Konzeptionen bei. Ihr originärer, konsequenter und viel versprechender künstlerischer Werdegang wurde in den letzten Jahren bereits mit mehreren Preisen und Auszeichnungen gewürdigt. Nicole Jana wechselte nach dem Studium der Kunstgeschichte und Philosophie in Frankfurt am Main 1999 zur Kunsthochschule Kassel. Dort studierte sie Visuelle Kommunikation und Freie Kunst bei den Professoren Rolf Lobeck, Urs Lüthi und Alf Schuler, 2007/08 als Meisterschülerin.

Darüber hinaus werden Arbeiten von Anett Frontzek, Michael Göbel, Nils Klinger, Katrin Leitner, Ingmar Mruk, Walter Peter sowie Lisa Röper, die für die Kasseler Artothek zum Verleih an Kasseler Bürger angekauft wurden, ausgestellt.

Weitere Informationen zum diesjährigen Kasseler Kunstpreis - Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung finden Sie hier.

Installationsansicht, Nicole Jana, "In Farbe gedachter Raum", Kulturfabrik Salzmann, Kassel, 2008:

"Der Große Teil des Kleinen (Ablagerung #6)", Acryl auf Leinwand, 285 x 155 cm 2008 und "Les Fleurs Du Mal #5", Holz, Acrylfarbe, 2008, 41 x 55 cm

Installationsansicht, Nicole Jana "Golden Place", Stellwerk, Kassel, 2007:

"Prototyp", Leinwand, Holz, Acrylfarbe, 2007, Länge ca. 6 m, Durchmesser ca. 90 cm, , Foto: Dietmar Popp

 

Poetische Positionen III

4. September bis 25. Oktober 2009

Kurator: Jürgen O. Olbrich

Robert Barry (USA)

Hagen Bonifer (D)

Keith Godard (USA)

Heini Gut (CH)

Hans Nevídal / Andreas Pawlik (A)

Berty Skuber (I)

Chuck Stake (CAN)

"Poetische Positionen III" ist die Fortsetzung einer Ausstellungsreihe des Kasseler Kunstvereins, die 2004 damit begonnen hat, Künstler vorzustellen, die auf unterschiedliche Art und Weise in den Bereichen Bildende Kunst und Sprache arbeiten.

Nachdem in der Ausstellung "Poetische Positionen I" Arbeiten gezeigt wurden, die die Sprache als elementare Darstellungsform der Kunst nutzen und bei "Poetische Positionen II" der Schwerpunkt auf Klang und Sound lag, wird der Fokus der dritten Ausgabe nun auf visuelle, narrative und konzeptionelle Kunstwerke gelegt, bei denen Elemente wiederholt, vervielfältigt oder bei denen Wörter, Bilder oder Verfahren seriell verwendet werden.

Initiiert hat diese Reihe Jürgen O. Olbrich, selbst Künstler, der seit vielen Jahren mit Text und Sprache arbeitet.

Sprache hat nicht nur alle anderen Medien beeinflusst und strukturiert, sondern auch die Kultur selbst und deren Rezeption. "Every picture tells a story" heißt es deshalb - was man aber auch in umgekehrter Richtung lesen kann: "Jedes Wort erzeugt Bilder" oder sogar, wie es die konkrete und visuelle Poesie demonstriert: "Worte/Texte sind (auch) Bilder". Dieses Umkehr- und Austauschspiel ist der besondere Reiz dieser Art von Kunst.

"Poetische Positionen III" zeigt aktuelle Arbeiten von Künstlern unterschiedlicher Generationen, die mit Sprachbewusstsein, Zeichensystemen und Kommunikationsprozessen operieren. Die Arbeiten erzählen Geschichten, regen Wort-Bild-Spiele an, transformieren gewohnte künstlerische Arbeitsweisen, wobei die Bildstrategien ( Wiederholung oder Serie) mehr als formale Verfahren sind, sie verweisen auf das System Alphabet und Grammatik als Basis des kommunikativen Miteinanders.

Die Ausstellung wird gefördert durch:

Hagen Bonifer, "Ware und Wahrheit. Vers in zweihundertsiebzehn Karteikästen", Holz, Metall, Papier, 2009

Heini Gut, "45 Tafeln", Acryl auf Sperrholz, 2007/08/09

Hans Nevídal vor seiner "Großen Kauplastik", Metall, Glas, Plastik, 2009

Berty Skuber, "Under Penalty of Law", Labelcollagen, 1995-2005

Chuck Stake, "Artist Trading Cards", Originalzeichnungen und Stempelarbeiten, 1984-2008

Alle Fotos: Stefan Daub

 

2 aus ... Erfurt: Thomas Nicolai | Carsten Weitzmann

7. Juni bis 26. Juli 2009

Kurator: Bernhard Balkenhol

Bei der Ausstellungsreihe: "2 aus ." des Kasseler Kunstvereins wird jedem Vorstandsmitglied einmal die Möglichkeit geboten, sich eine Stadt in Deutschland auszusuchen, in der dieser nach zwei Künstler recherchiert, die er in einer Ausstellung zusammenführt. Bisherige "Paare" waren: Stefan Demary/Wolfgang Spanier aus Düsseldorf (2003), Frank Kästner/Dierk Schmidt aus Berlin (2004), Christine Rusche/Georg Winter aus Stuttgart (2005), und jüngst Sebastian Hempel/Stefan Lenke aus Dresden. Jetzt hat Bernhard Balkenhol "2 aus Erfurt" geholt: Thomas Nicolai und Carsten Weitzmann.

Thomas Nicolai (*1964) beschäftigt sich mit naturwissenschaftlichen, technischen und kommunikativen Systemen. Er greift sich Phänomene heraus, die repräsentativ für eine wissenschaftliche Erklärung von Welt stehen. Zwischen Ordnung und Chaos, Wissenschaft und Mythos sucht er die Zwischenebenen, gesetzmäßige Kräfte, die als "Transmitter zwischen dem irdischen und sphärischen Raum" dienen. So baut er wie ein Ingenieur Modelle, fertigt technische und wissenschaftliche Zeichnungen an, baut Installationen, die wie physikalische Versuchsanordnungen aussehen. So arbeitet Thomas Nicolai gerade an einer völlig neuen Art von Medienfassaden.

Seine Idee: Informationen, beispielsweise aus dem Inneren eines Gebäudes oder aus der Außenwelt, werden über eine Software als pneumatische Impulse in ein Schlauchsystem gegeben, das an den Enden mit aufblasbaren Gummis (gewächsartige Formen, Blumen, oder ähnliches) versehen ist. So entstehen an Gebäudefassaden biotopartig sich entwickelnde und immer wieder sich verändernde "lebendige Bilder" gesellschaftlicher Strukturen.

Carsten Weitzmann (*1961) dagegen ist ein Erzähler. Aus der Erfahrung mit dem System der DDR, beschäftigen ihn gesellschaftspolitische und philosophische Gesetzmäßigkeiten. Ähnlich den naturwissenschaftlichen Parametern sieht er dort "Stellvertreterfiguren" am Werk, sein "Personal", wie er es nennt, die ihre je (historisch) eigenen, ideologischen (bildwörtlichen) Systeme generieren. In seinen figürlich szenischen Bildern gibt es den "Globalisten", den "jungen" und den "etablierten Philosoph", den "Hausmeister Gottes", den "Freund der Schwerkraft" und den "Forschungsreisenden". Jede der 20 Figuren ist deutlich ironisch bis absurd gebrochen, so wie "Rotkäppchens Tochter", die die Ohren des Wolfes auf dem Kopf trägt, oder "die Kontrollmäuse", Micky Mäuse, deren Kopf aus nur einem Auge besteht. Und die Szenen sind es nicht weniger, ein Wald illustrativ gebrochener poetisch surrealer Erzählungen, in denen Medienbilder genauso wie historische Bildmotive das Unterholz bilden.

So unterschiedlich die beiden Künstler auch sind, für die Ausstellung im Kasseler Kunstverein haben sie sich zusammengetan, eine Art gemeinsames Wissenschaftskabinett aufzubauen. Bewusst beziehen sie sich dabei auf die Geschichte des Fridericianums, das als erstes öffentliches Museum in Europa gebaut wurde, um die Wunderkammer, die Bibliothek und die Kunstsammlungen des Kurfürsten Friedrich II., zu fassen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Jede der ausstellenden Künstler hat eine Edition exklusiv für den Kunstverein entworfen, die Sie käuflich zum Preis von jeweils 90 Euro (inkl. 7% MwSt., ohne Rahmen) erwerben können.

Pressetext_2 aus Erfurt

Thomas Nicolai, "ORACLE *1" , Stahlkonstruktion, 1999, Ausstellungsansicht

Carsten Weitzmann, "Wenn junge Philosophen träumen", Tusche, Acryl auf Wand, 2009, Ausstellungsansicht

Carsten Weitzmann, # 0078 "Über den Fluss", Öl auf Leinwand, 2009, Ausstellungsansicht, Alle Fotos: Sven Heine

 

Gemeinsame Sache

5. März bis 3. Mai 2009

Kuratoren: Jürgen O. Olbrich, Werner Demme, Meinrad Ladleif

3 Hamburger Frauen (D)

Susanne Bayer (D)

Diana Dodson (CH)

Ellen Jacoby (GB/D)

Andrea Loux (CH)

Joan Mathews (USA)

Wendy Toogood (CAN)

 

Was kann man erwarten, wenn die Vorstandsmitglieder Werner Demme, Meinrad Ladleif und Jürgen O. Olbrich bei einer Vorstandssitzung für eine "gemeinsame Sache" plädieren und in diesem Sinn jeweils drei Künstlerinnen für eine Ausstellung auswählen?

Einen männlichen Blick? Eine weibliche Sicht? Eine hervorragende Gruppenschau?

Der Kasseler Kunstverein zeigt in "Gemeinsame Sache" sieben künstlerische Positionen aus fünf Ländern, die sich vorrangig mit öffentlichen und privaten Räumen auseinandersetzen - die Begegnung verschiedener Generationen von Künstlerinnen, Herangehensweisen und Sujets verspricht dabei Abwechslung und Esprit.

Zweifelsohne machen Henrieke Ribbe (*1979), Ergül Cengiz (*1975) und Kathrin Wolf (*1974) gemeinsame Sache, wenn sie seit 2004 unter dem Label 3 Hamburger Frauen zusammenarbeiten. Für den Kasseler Kunstverein realisieren sie vor Ort eine großformatige, temporäre Wandmalerei zum Thema "Wanderschaft". Die in Berlin lebende Bildhauerin Susanne Bayer (*1960) befasst sich in ihrem Werk mit Rauminterventionen: Exklusiv für den Kasseler Kunstverein entwirft sie ein Labyrinth, das die allgemeinen Vorgaben eines Handbuchs für Architekten hinsichtlich des individuellen Platzbedarfs berücksichtigt.

Diese Thematik führt die Schweizer Künstlerin Diana Dodson (*1963) auf ihre signifikante Weise weiter, indem sie Einrichtungsgegenstände wie Lampenschirme, Teppiche oder

Ledersofas in ausladenden Installationen latent entfremdet.

Synästhetische Phänomene legt die in Paderborn und London lebende Grafikdesignerin Ellen Jacoby (*1973) ihrem "Taste Colour System" zugrunde: Geschmacksnuancen werden in Farben übersetzt.

Wilde Phantasien um ein Paar ausgestreckter Männerbeine in einem lässigen Wohnzimmer der "grooving 60ies" ruft die neue fotografische Arbeit von  Andrea Loux (*1969), einer Video- und Fotokünstlerin aus Bern, hervor.

Für Joan Mathews abstrakte, zwischen schwarz und weiß changierenden Gemälde ist die städtische Architektur der Bundesstaaten New York und New Jersey vorbildhaft.

Ähnlich einem Tagebuch, beschreibt Wendy Toogood (*1947) in mehr als hundert genähten Collagen ihren Umzug von der Metropole Calgary in das Dorf Nakusp und den veränderten Alltag.

Jede der ausstellenden Künstlerinnen hat eine kleine Edition exklusiv ür den Kunstverein entworfen, die Sie käuflich erwerben können.

Abbildungen:

3 Hamburger Frauen, "IN A GADDA DA VIDA", Mischtechnik auf Wand, 2009, Installationsansicht Kasseler Kunstverein

Susanne Bayer, "Elemental Activities" aus der Serie "Efficiency Apartments", Gipskarton, ransparentpapier, 2009, Installationsansicht Kasseler Kunstverein

Diana Dodson, "Home Deep Home", Objektinstallation, diverse Materialien, 2007, Installationsansicht Kasseler Kunstverein

Ellen Jacoby, "A Wheel of Taste", Installation, diverse Materialien, 2009, Installationsansicht

Andrea Loux, "Es geschah am hellichten Tag", Digitaldruck, digital und manuell bearbeitet, 2008, Installationsansicht Kasseler Kunstverein

Joan Mathews, "Halfmoon, Surprise etc.), Zeichnungen, 2008, Installationsansicht Kasseler Kunstverein

Wendy Toogood, "A Nakusp Narrative", Textilcollage, 2008, Installationsansicht Kasseler Kunstverein

Alle Fotos: Stefan Daub

Pressetext_Gemeinsame Sache

 

2 aus ... Dresden: Sebastian Hempel | Stefan Lenke
13. Dezember 2008 bis 15. Februar 2009


"2 aus ..." ist eine Ausstellungsreihe, bei der ein Vorstandsmitglied des Kasseler Kunstvereins eine Stadt auswählt, aus der er dann zwei unabhängig voneinander arbeitende Künstler, die vornehmlich in dieser Stadt leben und arbeiten, zu einer gemeinsamen Ausstellung in die Räume des Kasseler Kunstvereins einlädt. Nach Düsseldorf, Berlin und Stuttgart entschied sich Meinrad Ladleif, der diesmal das "Freispiel" hatte, für Dresden. Er hat sich dort umgesehen und seine Wahl getroffen. Die "2 aus ... Dresden" sind: Sebastian Hempel und Stefan Lenke.


Der Bildhauer Sebastian Hempel (*1971), der an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und an der Slade School of Fine Art in London studierte, beschäftigt sich mit den Themen Licht, Zeit, Raum, Geschwindigkeit und Klang, die er in seinen Installationen auf experimentelle und spielerische Art und Weise umsetzt. Hempel interessieren, "Dinge oder Situationen, die sich bewegen oder sich in Bewegung versetzen lassen". Ihn beschäftigt, was "passiert, in optischer, räumlicher und auch in geistiger Beziehung". So lässt er Tennisbälle springen, Fußböden bewegen, Coladosen tanzen und Styroporkugeln schneien. Häufig löst der Betrachter die Bewegungsphänomene aus und wird so unvermittelt selbst Teil des poetischen, oft auch humorvollen "Bildes".



Im Gegensatz dazu stehen die Arbeiten des Malers Stefan Lenke (*1976), der Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden studierte und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig seinen Meisterschülerabschluss gemacht hat. Geometrisch gegliederte, abstrakt konstruierte Kompositionen von Farbe und Form, reduziert eingesetzte Linien, nebeneinander stehende Flächen, fließende Farbübergänge und harte Farbkontraste kennzeichnen seine Arbeiten, bei denen oft dunkle und schwarze Farben, lasierend aufgetragen, dominieren. Trotz ihres hohen Grades an Abstraktion glaubt der Betrachter in den Bildern vertraute Landschaften und Architekturen wieder zu erkennen, die eine ruhige, melancholische und poetische Stimmung hervorrufen.


Abbildungen: Sebastian Hempel, "Lichtfeld", Leuchtstoffröhren, Antrieb, Aluminium, Größe variabel, 2007, Foto: Stefan Daub

Stefan Lenke, o.T., Acryl/Pigment auf Leinwand, 50 x 60 cm, 2007, Foto: Juliane Mostertz

 
   
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