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1997 |
URS
LÜTHI - SPAZIO UMANO
Arnold-Bode-Preisträgerausstellung
12.-27.12.2009
Preisverleihung/Eröffnung:
Freitag, 11.12.2009, 19 Uhr

Urs Lüthi, 1947 in
Kriens bei Luzern geboren und in München zu Hause, ist der
Arnold-Bode-Preisträger 2009. Der Schweizer Künstler hat
sich durch unzählige Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen,
unter anderem bei der documenta 6 und der 49. Biennale in Venedig,
einen internationalen Ruf erworben. Seit 1994 lehrt Urs Lüthi
an der Kunsthochschule Kassel.
Im Mittelpunkt seiner
Kunst steht der Mensch, der der Künstler unverkennbar selbst
ist. Die androgyne Fotoserie "The Numbergirl" machte ihn
Anfang der siebziger Jahre früh berühmt, seitdem wird
er - in wechselnden Stilen und Medien - als Selbstdarsteller und
Rollenspieler zugleich erlebt. Kaum ein anderer Künstler betreibt
dies mit solcher Obsession. Doch offenkundig ist: Es geschieht nicht
aus Eitelkeit oder aus narzisstischer Selbstbespiegelung. Lüthi
stellt sich vielmehr als Modell zur Verfügung, um das Dasein
exemplarisch zu erschließen: "I’ll be your mirror".
Seine Kunst reicht von morbider Laszivität bis moribunder Drolerie,
schafft Ikonen von den Höhe- und Tiefpunkten wie auch der Normalität
seines Lebens bis hin zum alltäglichen Ärger über
die Tücke des Objekts. Unter der Parole "Art is the better
life" versucht Urs Lüthi unbeirrt das Unmögliche:
die Überbrückung des polaren Gegensatzes von Kunst und
Leben. So entsteht ein „spazio umano“ (dt.: menschlicher
Raum) mal mit Pathos, mal mit groteskem Humor, mal mit beiden zusammen,
immer aber von einer präzisen Schönheit.
"SPAZIO UMANO"
ist auch der Titel seiner Preisträgerausstellung. Wiederum
exemplarisch zeigt Lüthi darin eine Skulpturengruppe, die deutlich
auf die jüngste Kunstgeschichte rekurriert, sowie Bilder, bei
denen in einem "all over" seine bisherigen Bilder zusammengefasst
werden.
Zur Ausstellung erscheint ein umfangreiches Künstlerbuch.
Die Preisträgerausstellung und das Künstlerbuch werden
gefördert von der Kasseler Sparkasse und der Sparkassen-Kulturstiftung
Hessen-Thüringen.
Pressemitteilung_Urs
Luethi
Abb.: Urs
Lüthi, "Spazio umano I" aus der Serie "Art is
the better life", 2007, Skulpturen auf lackiertem Holzsockel
Monitoring
Ausstellung von Medieninstallationen im Rahmen des
26. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofestes
11.-15.11.2009
Marina Abramovic (New York)
Candice Breitz (Berlin)
Mascha Danzis (Marburg)
Sophie Ernst (Bussum/Berlin)
Goran Galic, Gian-Reto Gredig (Zürich)
Claire Glorieux (Paris)
Ignas Krunglevicius (Oslo)
Nadja Verena Marcin (New York)
//////////fur//// art entertainment interfaces: Volker Morawe &
Tilman Reiff (Köln)
Karina Nimmerfall (Berlin)
Nika Oblak & Primoz Novak (Ljubljana)
Rotraut Pape (Berlin/Offenbach)
Reynold Reynolds (Berlin)
Julika Rudelius (New York/Amsterdam)
David Sarno (Offenbach)
Catrine Val, Olaf Val (Kassel)

16 Installationen von
Künstlern aus sieben Ländern werden bei Monitoring, der
Medienkunstausstellung im Rahmen des 26. Kasseler Dokumentarfilm-
und Videofestes, zu sehen sein. Monitoring, seit 1997 fester Bestandteil
des Festivals, findet in diesem Jahr an zwei Ausstellungsorten statt.
Neben dem KulturBahnhof werden auch die Räumlichkeiten des
Kasseler Kunstvereins bespielt.

Die Ausstellung Monitoring
befasst sich mit aktuellen Positionen der Medienkunst. Die Besonderheit
dabei ist, dass Arbeiten international renommierter Künstler
zusammen mit Werken des künstlerischen Nachwuchs, darunter
auch Studierende der Kunsthochschule Kassel, ausgestellt werden.
Kollektive Erinnerungen und typisiertes Verhalten bilden den Hintergrund
für die in diesem Jahr ausgewählten Arbeiten. Sie geben
Anlass für medienkünstlerische Analysen von gesellschaftlichen
Zusammenhängen und Formen der Identitätsbildung.

Im KulturBahnhof sind
Werke zu sehen, die sich mit den Themen Erinnerung und Selbstinszenierung
sowie der Positionierung von Individuen angesichts von Identitätsbildern
in Medien befassen. In den Arbeiten, die im Kasseler Kunstverein
gezeigt werden, geht es thematisch um das Aufgreifen von Rollenmustern
und der Auseinandersetzung mit politischen und gesellschaftlichen
Inhalten.


Der freie Charakter ist
sicherlich eine weitere Besonderheit von Monitoring: Kunstschaffende
konnten sich bis Juli 2009 für diese Ausstellung bewerben.
Rund 300 Vorschläge zu den unterschiedlichsten Thematiken sind
eingegangen. Für die Auswahl zeichnet sich eine Jury aus Künstlern,
Kuratoren und Kunstwissenschaftlern verantwortlich, die sich aus
Mitarbeitern des Filmladens, der Hochschule für Bildende Künste
Dresden, des Kasseler Kunstvereins und der Kunsthochschule Kassel
zusammensetzt. Alle ausgestellten Arbeiten konkurrieren um den mit
2.500 Euro dotierten "Golden Cube", den Preis für die beste
Medieninstallation, gestiftet vom Kasseler Softwareunternehmen Micromata
GmbH. Der Golden Cube 2009 geht an Sophie Ernst und ihre Medieninstallation
"Home". Eine lobende Erwähnung erhielt Ignas Krunglevicius.

Die Ausstellung Monitoring
ist eine Kooperation von: Kasseler
Dokumentarfilm- und Videofest , Kasseler Kunstverein, Kulturdezernat/documenta
Archiv und Stellwerk.
Der Programmkatalog ist ab dem 23.10. kostenlos erhältlich.
Sonderöffnungszeiten im Kasseler Kunstverein:
Mittwoch, 11.11., 19-23 Uhr
Donnerstag, 12.11., 11-22 Uhr
Freitag, 13.11., 11-22 Uhr
Samstag, 14.11., 11-22 Uhr
Sonntag, 15.11., 11-19 Uhr
Öffnungszeiten im KulturBahnhof Kassel (Südflügel,
Stellwerk, KAZimKUBA):
Mittwoch, 11.11., 19-23 Uhr
Donnerstag, 12.11., 17-22 Uhr
Freitag, 13.11., 17-22 Uhr
Samstag, 14.11., 17-22 Uhr
Sonntag, 15.11., 17-20 Uhr
Freier Eintritt an allen Ausstellungsorten!
Pressemitteilung_Monitoring_2009
Abbildungen:
Marina Abramovic, "8 Lessons
on Emptiness with a Happy End", Medieninstallation, 2008
Candice Breitz, Stills aus
"Factum Kang" aus der Serie "Factum",
2009, Zwei-Kanal-Installation,
2 Festplatten, Loop, 69:10 Min., beauftragt von The Power Plant,
Toronto; Commissioning Partner - Partners in Art
Claire Glorieux, "Ça
vous parle? Does it Mean Anything to You?", Medieninstallation,
2009
Nadja Verena Marcin, "Singing
in the Rain", Medieninstallation, 2008
Karina Nimmerfall, "Vertical
Villa (Part Two)", Medieninstallation, 2009
Julika Rudelius, "Rites
of Passage", Medieninstallation, 2008
Kasseler Kunstpreis
2009
Preisträgerausstellung:
Donnerstag bis Samstag, 5.-7.11.2009
Im Kasseler Kunstverein
findet bereits zum zweiten Mal die Preisverleihung des Kasseler
Kunstpreises mit anschließender Preisträgerausstellung
statt. Drei Tage lang werden Arbeiten von Nicole Jana, die mit dem
Kasseler Kunstpreis - Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung 2009 für
den Bereich Bildende Kunst ausgezeichnet wurde, gezeigt.

Das künstlerische
Werk der Preisträgerin Nicole Jana (*1979) ist geprägt
von der Malerei. Bestimmt vom malerischen Prozess setzt sie sich
in ihrem Werk mit der Darstellung gedanklicher Architektur auseinander.
In ihren plastischen Arbeiten macht sie die Leinwand zur Skulptur
und zwingt den Betrachter durch die veränderte Sicht auf die
Gegenstände eine neue Authentizität wahrzunehmen. Zwischen
Abstraktion und Gegenständlichkeit markiert Nicole Jana einen
ganz eigenständigen Weg und trägt mit ihren Arbeiten wesentlich
zur Erneuerung und Weiterführung malerischer Konzeptionen bei.
Ihr originärer, konsequenter und viel versprechender künstlerischer
Werdegang wurde in den letzten Jahren bereits mit mehreren Preisen
und Auszeichnungen gewürdigt. Nicole Jana wechselte nach dem
Studium der Kunstgeschichte und Philosophie in Frankfurt am Main
1999 zur Kunsthochschule Kassel. Dort studierte sie Visuelle Kommunikation
und Freie Kunst bei den Professoren Rolf Lobeck, Urs Lüthi
und Alf Schuler, 2007/08 als Meisterschülerin.

Darüber hinaus werden
Arbeiten von Anett Frontzek, Michael Göbel, Nils Klinger, Katrin
Leitner, Ingmar Mruk, Walter Peter sowie Lisa Röper, die für
die Kasseler Artothek zum Verleih an Kasseler Bürger angekauft
wurden, ausgestellt.
Weitere Informationen zum
diesjährigen Kasseler Kunstpreis - Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung
finden Sie hier.
Installationsansicht,
Nicole Jana, "In Farbe gedachter Raum", Kulturfabrik Salzmann,
Kassel, 2008:
"Der
Große Teil des Kleinen (Ablagerung #6)", Acryl auf Leinwand,
285 x 155 cm 2008 und "Les Fleurs Du Mal #5", Holz, Acrylfarbe,
2008, 41 x 55 cm
Installationsansicht,
Nicole Jana "Golden Place", Stellwerk, Kassel, 2007:
"Prototyp",
Leinwand, Holz, Acrylfarbe, 2007, Länge ca. 6 m, Durchmesser
ca. 90 cm, , Foto: Dietmar Popp
Poetische Positionen
III
4. September bis
25. Oktober 2009
Kurator: Jürgen O. Olbrich
Robert Barry (USA)
Hagen Bonifer (D)
Keith Godard (USA)
Heini Gut (CH)
Hans Nevídal / Andreas
Pawlik (A)
Berty Skuber (I)
Chuck Stake (CAN)
"Poetische Positionen
III" ist die Fortsetzung einer Ausstellungsreihe des Kasseler
Kunstvereins, die 2004 damit begonnen hat, Künstler vorzustellen,
die auf unterschiedliche Art und Weise in den Bereichen Bildende
Kunst und Sprache arbeiten.

Nachdem in der Ausstellung
"Poetische Positionen I" Arbeiten gezeigt wurden, die
die Sprache als elementare Darstellungsform der Kunst nutzen und
bei "Poetische Positionen II" der Schwerpunkt auf Klang
und Sound lag, wird der Fokus der dritten Ausgabe nun auf visuelle,
narrative und konzeptionelle Kunstwerke gelegt, bei denen Elemente
wiederholt, vervielfältigt oder bei denen Wörter, Bilder
oder Verfahren seriell verwendet werden.

Initiiert hat diese Reihe
Jürgen O. Olbrich, selbst Künstler, der seit vielen Jahren
mit Text und Sprache arbeitet.

Sprache hat nicht nur
alle anderen Medien beeinflusst und strukturiert, sondern auch die
Kultur selbst und deren Rezeption. "Every picture tells a story"
heißt es deshalb - was man aber auch in umgekehrter Richtung
lesen kann: "Jedes Wort erzeugt Bilder" oder sogar, wie
es die konkrete und visuelle Poesie demonstriert: "Worte/Texte
sind (auch) Bilder". Dieses Umkehr- und Austauschspiel ist
der besondere Reiz dieser Art von Kunst.

"Poetische Positionen
III" zeigt aktuelle Arbeiten von Künstlern unterschiedlicher
Generationen, die mit Sprachbewusstsein, Zeichensystemen und Kommunikationsprozessen
operieren. Die Arbeiten erzählen Geschichten, regen Wort-Bild-Spiele
an, transformieren gewohnte künstlerische Arbeitsweisen, wobei
die Bildstrategien ( Wiederholung oder Serie) mehr als formale Verfahren
sind, sie verweisen auf das System Alphabet und Grammatik als Basis
des kommunikativen Miteinanders.

Die Ausstellung wird gefördert
durch:
Hagen Bonifer,
"Ware und Wahrheit. Vers in zweihundertsiebzehn Karteikästen",
Holz, Metall, Papier, 2009
Heini Gut,
"45 Tafeln", Acryl auf Sperrholz, 2007/08/09
Hans Nevídal
vor seiner "Großen Kauplastik", Metall, Glas, Plastik,
2009
Berty Skuber,
"Under Penalty of Law", Labelcollagen, 1995-2005
Chuck Stake,
"Artist Trading Cards", Originalzeichnungen und Stempelarbeiten,
1984-2008
Alle Fotos:
Stefan Daub
2 aus ... Erfurt:
Thomas Nicolai | Carsten Weitzmann
7. Juni bis 26. Juli
2009
Kurator: Bernhard
Balkenhol
Bei der Ausstellungsreihe:
"2 aus ." des Kasseler Kunstvereins wird jedem Vorstandsmitglied
einmal die Möglichkeit geboten, sich eine Stadt in Deutschland
auszusuchen, in der dieser nach zwei Künstler recherchiert,
die er in einer Ausstellung zusammenführt. Bisherige "Paare"
waren: Stefan Demary/Wolfgang Spanier aus Düsseldorf (2003),
Frank Kästner/Dierk Schmidt aus Berlin (2004), Christine Rusche/Georg
Winter aus Stuttgart (2005), und jüngst Sebastian Hempel/Stefan
Lenke aus Dresden. Jetzt hat Bernhard Balkenhol "2 aus Erfurt" geholt:
Thomas Nicolai und Carsten Weitzmann.

Thomas Nicolai (*1964)
beschäftigt sich mit naturwissenschaftlichen, technischen und
kommunikativen Systemen. Er greift sich Phänomene heraus, die
repräsentativ für eine wissenschaftliche Erklärung
von Welt stehen. Zwischen Ordnung und Chaos, Wissenschaft und Mythos
sucht er die Zwischenebenen, gesetzmäßige Kräfte,
die als "Transmitter zwischen dem irdischen und sphärischen
Raum" dienen. So baut er wie ein Ingenieur Modelle, fertigt technische
und wissenschaftliche Zeichnungen an, baut Installationen, die wie
physikalische Versuchsanordnungen aussehen. So arbeitet Thomas Nicolai
gerade an einer völlig neuen Art von Medienfassaden.
Seine Idee: Informationen,
beispielsweise aus dem Inneren eines Gebäudes oder aus der
Außenwelt, werden über eine Software als pneumatische
Impulse in ein Schlauchsystem gegeben, das an den Enden mit aufblasbaren
Gummis (gewächsartige Formen, Blumen, oder ähnliches)
versehen ist. So entstehen an Gebäudefassaden biotopartig sich
entwickelnde und immer wieder sich verändernde "lebendige Bilder"
gesellschaftlicher Strukturen.

Carsten Weitzmann (*1961)
dagegen ist ein Erzähler. Aus der Erfahrung mit dem System
der DDR, beschäftigen ihn gesellschaftspolitische und philosophische
Gesetzmäßigkeiten. Ähnlich den naturwissenschaftlichen
Parametern sieht er dort "Stellvertreterfiguren" am Werk, sein "Personal",
wie er es nennt, die ihre je (historisch) eigenen, ideologischen
(bildwörtlichen) Systeme generieren. In seinen figürlich
szenischen Bildern gibt es den "Globalisten", den "jungen" und den
"etablierten Philosoph", den "Hausmeister Gottes", den "Freund der
Schwerkraft" und den "Forschungsreisenden". Jede der 20 Figuren
ist deutlich ironisch bis absurd gebrochen, so wie "Rotkäppchens
Tochter", die die Ohren des Wolfes auf dem Kopf trägt, oder
"die Kontrollmäuse", Micky Mäuse, deren Kopf aus nur einem
Auge besteht. Und die Szenen sind es nicht weniger, ein Wald illustrativ
gebrochener poetisch surrealer Erzählungen, in denen Medienbilder
genauso wie historische Bildmotive das Unterholz bilden.

So unterschiedlich die
beiden Künstler auch sind, für die Ausstellung im Kasseler
Kunstverein haben sie sich zusammengetan, eine Art gemeinsames Wissenschaftskabinett
aufzubauen. Bewusst beziehen sie sich dabei auf die Geschichte des
Fridericianums, das als erstes öffentliches Museum in Europa
gebaut wurde, um die Wunderkammer, die Bibliothek und die Kunstsammlungen
des Kurfürsten Friedrich II., zu fassen.
Zur Ausstellung erscheint
ein Katalog. Jede der ausstellenden Künstler hat eine Edition
exklusiv für den Kunstverein entworfen, die Sie käuflich
zum Preis von jeweils 90 Euro (inkl. 7% MwSt., ohne Rahmen) erwerben
können.
Pressetext_2
aus Erfurt
Thomas
Nicolai, "ORACLE *1" , Stahlkonstruktion, 1999, Ausstellungsansicht
Carsten
Weitzmann, "Wenn junge Philosophen träumen", Tusche, Acryl
auf Wand, 2009, Ausstellungsansicht
Carsten Weitzmann, # 0078 "Über den Fluss",
Öl auf Leinwand, 2009, Ausstellungsansicht, Alle Fotos: Sven
Heine
Gemeinsame Sache
5. März bis
3. Mai 2009
Kuratoren: Jürgen
O. Olbrich, Werner Demme, Meinrad Ladleif
3 Hamburger Frauen (D)
Susanne Bayer (D)
Diana Dodson (CH)
Ellen Jacoby (GB/D)
Andrea Loux (CH)
Joan Mathews (USA)
Wendy Toogood (CAN)

Was kann man erwarten,
wenn die Vorstandsmitglieder Werner Demme, Meinrad Ladleif und Jürgen
O. Olbrich bei einer Vorstandssitzung für eine "gemeinsame
Sache" plädieren und in diesem Sinn jeweils drei Künstlerinnen
für eine Ausstellung auswählen?
Einen männlichen
Blick? Eine weibliche Sicht? Eine hervorragende Gruppenschau?

Der Kasseler Kunstverein zeigt in
"Gemeinsame Sache" sieben künstlerische Positionen
aus fünf Ländern, die sich vorrangig mit öffentlichen
und privaten Räumen auseinandersetzen - die Begegnung verschiedener
Generationen von Künstlerinnen, Herangehensweisen und Sujets
verspricht dabei Abwechslung und Esprit.
Zweifelsohne machen Henrieke
Ribbe (*1979), Ergül Cengiz (*1975) und Kathrin Wolf (*1974)
gemeinsame Sache, wenn sie seit 2004 unter dem Label 3 Hamburger
Frauen zusammenarbeiten. Für den Kasseler Kunstverein
realisieren sie vor Ort eine großformatige, temporäre
Wandmalerei zum Thema "Wanderschaft". Die in Berlin lebende
Bildhauerin Susanne Bayer (*1960) befasst sich
in ihrem Werk mit Rauminterventionen: Exklusiv für den Kasseler
Kunstverein entwirft sie ein Labyrinth, das die allgemeinen Vorgaben
eines Handbuchs für Architekten hinsichtlich des individuellen
Platzbedarfs berücksichtigt.
Diese Thematik führt
die Schweizer Künstlerin Diana Dodson (*1963)
auf ihre signifikante Weise weiter, indem sie Einrichtungsgegenstände
wie Lampenschirme, Teppiche oder
Ledersofas in ausladenden
Installationen latent entfremdet.

Synästhetische Phänomene
legt die in Paderborn und London lebende Grafikdesignerin Ellen
Jacoby (*1973) ihrem "Taste Colour System" zugrunde:
Geschmacksnuancen werden in Farben übersetzt.

Wilde Phantasien um ein
Paar ausgestreckter Männerbeine in einem lässigen Wohnzimmer
der "grooving 60ies" ruft die neue fotografische Arbeit
von Andrea Loux (*1969), einer Video- und
Fotokünstlerin aus Bern, hervor.

Für Joan
Mathews abstrakte, zwischen schwarz und weiß changierenden
Gemälde ist die städtische Architektur der Bundesstaaten
New York und New Jersey vorbildhaft.

Ähnlich einem Tagebuch, beschreibt
Wendy Toogood (*1947) in mehr als hundert genähten
Collagen ihren Umzug von der Metropole Calgary in das Dorf Nakusp
und den veränderten Alltag.

Jede der ausstellenden
Künstlerinnen hat eine kleine Edition exklusiv ür den
Kunstverein entworfen, die Sie käuflich erwerben können.
Abbildungen:
3 Hamburger
Frauen, "IN A GADDA DA VIDA", Mischtechnik auf Wand, 2009,
Installationsansicht Kasseler Kunstverein
Susanne
Bayer, "Elemental Activities" aus der Serie "Efficiency
Apartments", Gipskarton, ransparentpapier, 2009, Installationsansicht
Kasseler Kunstverein
Diana Dodson,
"Home Deep Home", Objektinstallation, diverse Materialien,
2007, Installationsansicht Kasseler Kunstverein
Ellen Jacoby,
"A Wheel of Taste", Installation, diverse Materialien,
2009, Installationsansicht
Andrea Loux,
"Es geschah am hellichten Tag", Digitaldruck, digital und manuell
bearbeitet, 2008, Installationsansicht Kasseler Kunstverein
Joan Mathews,
"Halfmoon, Surprise etc.), Zeichnungen, 2008, Installationsansicht
Kasseler Kunstverein
Wendy Toogood,
"A Nakusp Narrative", Textilcollage, 2008, Installationsansicht
Kasseler Kunstverein
Alle Fotos:
Stefan Daub
Pressetext_Gemeinsame
Sache
2 aus ...
Dresden: Sebastian Hempel | Stefan Lenke
13. Dezember 2008 bis 15. Februar 2009
"2 aus ..." ist eine Ausstellungsreihe, bei der ein Vorstandsmitglied
des Kasseler Kunstvereins eine Stadt auswählt, aus der er dann
zwei unabhängig voneinander arbeitende Künstler, die vornehmlich
in dieser Stadt leben und arbeiten, zu einer gemeinsamen Ausstellung
in die Räume des Kasseler Kunstvereins einlädt. Nach Düsseldorf,
Berlin und Stuttgart entschied sich Meinrad Ladleif, der diesmal
das "Freispiel" hatte, für Dresden. Er hat sich dort
umgesehen und seine Wahl getroffen. Die "2 aus ... Dresden"
sind: Sebastian Hempel und Stefan Lenke.

Der Bildhauer Sebastian Hempel (*1971), der an der Hochschule für
Bildende Künste Dresden und an der Slade School of Fine Art
in London studierte, beschäftigt sich mit den Themen Licht,
Zeit, Raum, Geschwindigkeit und Klang, die er in seinen Installationen
auf experimentelle und spielerische Art und Weise umsetzt. Hempel
interessieren, "Dinge oder Situationen, die sich bewegen oder
sich in Bewegung versetzen lassen". Ihn beschäftigt, was
"passiert, in optischer, räumlicher und auch in geistiger
Beziehung". So lässt er Tennisbälle springen, Fußböden
bewegen, Coladosen tanzen und Styroporkugeln schneien. Häufig
löst der Betrachter die Bewegungsphänomene aus und wird
so unvermittelt selbst Teil des poetischen, oft auch humorvollen
"Bildes".

Im Gegensatz dazu stehen die Arbeiten des Malers Stefan Lenke (*1976),
der Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste
Dresden studierte und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst
Leipzig seinen Meisterschülerabschluss gemacht hat. Geometrisch
gegliederte, abstrakt konstruierte Kompositionen von Farbe und Form,
reduziert eingesetzte Linien, nebeneinander stehende Flächen,
fließende Farbübergänge und harte Farbkontraste
kennzeichnen seine Arbeiten, bei denen oft dunkle und schwarze Farben,
lasierend aufgetragen, dominieren. Trotz ihres hohen Grades an Abstraktion
glaubt der Betrachter in den Bildern vertraute Landschaften und
Architekturen wieder zu erkennen, die eine ruhige, melancholische
und poetische Stimmung hervorrufen.
Abbildungen: Sebastian Hempel, "Lichtfeld",
Leuchtstoffröhren, Antrieb, Aluminium, Größe variabel,
2007, Foto: Stefan Daub
Stefan Lenke, o.T.,
Acryl/Pigment auf Leinwand, 50 x 60 cm, 2007, Foto: Juliane Mostertz
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