Kasseler
Kunstpreis 2008
Preisträgerausstellung: Samstag/Sonntag, 22./23.11.2008, 11
bis 18 Uhr
Preisverleihung: Freitag, 21.11.2008, 18 Uhr

Die Preisträgerausstellung
des Kasseler Kunstpreises 2008 findet in diesem Jahr erstmalig im
Kasseler Kunstverein statt. Während der Preisverleihung und
am kommenden Wochenende werden Skulpturen und Arbeiten auf Papier
von Charlotte Mumm, die mit dem Kasseler Kunstpreis - Dr. Wolfgang
Zippel-Stiftung 2008 für den Bereich Bildende Kunst ausgezeichnet
wurde, gezeigt. Mit ihrer vielseitigen und technisch ausgereiften
Arbeitsweise schaffe die 28-jährige Meisterschülerin von
Prof. Urs Lüthi an der Kunsthochschule Kassel, so die Jury
des Stifungsrates, "Skulpturen aus den vielfältigsten
Werkstoffe und beeindrucke mit der sinnlichen Qualität ihrer
Arbeiten". Neben Arbeiten der Preisträgerin werden auch
Objekte, Collagen sowie Papierarbeiten von Eva-Maria Grüneberg,
Steffi Jüngling, Ruth Lahrmann, Judit Rozsas, Käthe Schönle,
Antje Siebrecht und Günter Stangelmayer, die von der Artothek
aus Stiftungsmittel angekauft wurden ausgestellt.
MONITORING
Ausstellung von Medieninstallationen
im Rahmen des
25. Kasseler Dokumentarfilm-
und Videofestes
12.-16.11.2008
Ursula Biemann (Zürich)
Jan Bode, Marco di Carlo,
Barbara Hirn, Marcel Klein, Daniel Massow, Flaut Michael Rauch,
Julia Charlotte Richter, Anja Saran, Ann Schomburg, Beatrix Schubert,
Niko Solorio (Kassel)
BORIS+NATASCHA (Berlin/Melbourne)
Mark Formanek (Berlin)
Niklas Goldbach (Berlin)
Beate Hecher, Markus Keim
(Wien)
Eli Cortiñas Hidalgo
(Köln)
JETZT! (Offenbach)
Christoph Keller (Berlin)
Ane Lan (Kløfta, Norwegen)
Vladimir Mitrev (Berlin)
Elodie Pong (Zürich)
Claudia Schötz (Dresden)
Piero Steinle (Mailand)
Sweet Gelatine Girls (Kati
Liebert, Steffi Simmen) (Kassel)
Stefanos Tsivopoulos (Athen/Amsterdam)
Guido van der Werve (Amsterdam)

In diesem Jahr werden bei MONITORING,
der Medienkunstausstellung im Rahmen des 25. Kasseler Dokumentarfilm-
und Videofestes, 17 Medieninstallationen von Künstlerinnen
und Künstlern aus acht Ländern zu sehen sein. Die Ausstellung
MONITORING findet im KulturBahnhof Kassel und erstmals auch im Kasseler
Kunstverein, dem langjährigen Kooperationspartner von MONITORING,
statt.

Die Besonderheit der Ausstellung
zeigt sich in ihrem freien Charakter. Die Künstlerinnen und
Künstler waren bis Juli 2008 aufgefordert, Medieninstallationen
einzureichen. Ca. 300 Vorschläge für Installationen und
Skulpturen sind eingegangen. Für die Auswahl zeichnet sich
eine Jury aus Künstlern, Kuratoren und Kunstwissenschaftlern
verantwortlich, die sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des
Filmladens, der Hochschule für Bildende Künste Dresden,
des Kasseler Kunstvereins und der Kunsthochschule Kassel zusammensetzt.

Die Ausstellung MONITORING
befasst sich mit aktuellen Positionen der Medienkunst und stellt,
und dies ist sicherlich eine weitere Besonderheit, international
renommierte Künstler zusammen mit dem künstlerischen Nachwuchs,
darunter auch Arbeiten von Studierenden der Kunsthochschule Kassel,
aus.
Die diesjährigen Einreichungen
zeigen Arbeiten, die sich einerseits mit großen Weltentwürfen
und andererseits mit dem künstlerischen Selbstverständnis
befassen. Dabei sind sowohl aus einzelnen Videobildern bestehende
Werke als auch raumgreifende Installationen und performative Medienarbeiten
zu sehen. Im Kasseler Kunstverein steht der Künstler mit seinem
speziellen Zugang zur Welt, seiner Biografie und Standortbestimmung,
wie auch die Referenzsysteme, in denen er sich bewegt, im Blickpunkt.
Im KulturBahnhof werden vor allem Positionen gezeigt, die Medienkunst
und Performance zusammenbringen.

Der mit 2.500 Euro dotierte,
von der Micromata GmbH gestiftete Golden Cube, wurde in diesem Jahr
an den griechischen Künstler Stefanos Tsivopoulus für
seine Arbeit "Untitled (The Remake)" verliehen. Diese
setzt sich mit Fragen von Realität und Fiktion in der alltäglichen
Medienproduktion auseinander, wobei historische Artefakte innerhalb
eines fiktiven Settings kombiniert werden.
Auf "fast wissenschaftliche Art und Weise" werden bei
der Arbeit "Interpreters" von Christoph Keller Simultanübersetzer
und "ihren Einfluss auf das Gesagte und Verstandene" und
betrachtet und bewog die Jury zu einer lobenden Erwähnung.
Die Ausstellung MONITORING
ist eine Kooperation von:
Kasseler
Dokumentarfilm- und Videofest , Kasseler Kunstverein, Kulturdezernat
/ documenta Archiv und Stellwerk.
Abbildungen:
Mark Formanek
realisiert durch Datenstrudel, "Standard Time", Medieninstallation,
2008
Elodie Pong, "After The Empire", Medieninstallation, 2008
Christoph
Keller, "Interpreters", Medieninstallation, 2008
Eli Cortiñas
Hidalgo, "Dial M for Mother", Medieninstallation, 2008
Stefanos Tsivopoulos,
"Untitled (The Remake)", Medieninstallation, 2007
Ina Weber: Von
Bauhaus zu Real über Lidl und Minimal
5. September bis 19. Oktober
2008
Kurator: Bernhard Balkenhol
Auf den Straßen und
Plätzen der Städte, in den Vororten und Industriegebieten
mit ihren unterschiedlichen Architekturen, Baustilen und Gestaltungselementen,
findet Ina Weber die Motive und Themen ihrer Skulpturen und Aquarelle
wie in provisorischen Möbeln oder banalen Interieurs. Im ganz
normalen Alltag entdeckt die heute in Berlin lebende Künstlerin
(*1964) die einstigen Utopien der Moderne
wie Fortschritt, Internationalität,
"Gute Form" oder Allgemeinwohl wieder und erzählt
ebenso nüchtern wie humorvoll die Geschichten dieser Konzepte
nach. Ina Webers Skulpturen von Hochhäusern, Supermärkten,
Kirchentagshockern oder der standardisierten Möblierung von
Fußgängerzonen reflektieren nicht nur ästhetische
gesellschaftliche Zustände, sie schlagen auch den Bogen zur
Pop Art und deren Auseinandersetzung mit Produkten des Massenkonsums
und Phänomenen der Alltagskultur. Gleichzeitig brechen sie
diese Anspielung durch ihre konzeptuelle Strenge sowie durch ihre
minimalistische und materialbetonte Verarbeitung. Ina Weber wurde
nicht unerheblich geprägt durch ihr Studium an der Kunsthochschule
Kassel, unter anderem bei Harry Kramer und (als Gast) Martin Kippenberger.
Das gilt für ihre künstlerische Sprache wie für den
Gegenstand und das Interesse ihrer Arbeit. Die fast völlig
zerstörte Stadt Kassel wurde wegen ihrer Zonenrandlage nur
langsam und ohne ein restauratorisches Gesamtkonzept wieder aufgebaut.
Bis heute gilt die Stadtgestalt als "amerikanisch", entstanden
aus punktuellen Bauinitiativen und finanziellen Möglichkeiten;
ein Patchwork exemplarischer Architektur aus der hoffnungsvoll kleinbürgerlichen
Nierentischzeit der 50er Jahre, funktionalistischer Verwaltungsarchitektur
und sozialem Wohnungsbau, aber auch aus Versuchen, die großen
Utopien der Moderne (beispielsweise im neuen Staatstheater) umzusetzen.
Die Einzelausstellung von Ina Weber im Kasseler Kunstverein spiegelt
dieses Bild kritisch und liebevoll ironisch zugleich wider.






Abbildungen:
Ina Weber, "Von Bauhaus zu Real über Lidl und Minimal",
Installationsansichten, Kasseler Kunstverein, 2008, Fotos: Stefan
Daub
Prêt-à-porter
9. März bis
29. Juni 2008
Kuratorinnen:
Juliane Gallo, Susanne Jakubzcyk
Co-Kurator:
Bernhard Balkenhol
"Insert":
Rein Wolfs
Gilles
Barbier, Marseille (F)
Cécile
Belmont, Berlin (D)
Julien
Berthier, Aubervilliers (F)
Nathalie
Elemento, Paris (F)
Claire
Fontaine, Paris (F)
Charles
Fréger, Rouen (F)
Cécile
Paris, Paris (F)
Vincent
Tavenne, Berlin (D)
Nach
dem Wiedereinzug ins Fridericianum gilt die Eröffnungsausstellung
des Kasseler Kunstvereins dem großen Nachbarn Frankreich.
Unter dem Titel "Prêt-à-porter" lädt
der Kunstverein acht zeitgenössische französische Künstlerinnen
und Künstler ein. Die ausgewählten
Arbeiten zeigen ein breites Spektrum - von Skulptur, Fotografie,
über Malerei und Installation, bis hin zu Textildesign und
"combines".
Der,
aus der Modewelt entnommene, Ausstellungstitel "Prêt-à-porter"
evoziert Ideen von Mobilität, Leichtigkeit, Konsum und Massenproduktion.
Im Unterschied zur "Haute Couture" ergeben sich Fragen
zum Verhältnis von Individualität und Uniformität.
Bezogen auf die bildende Kunst provoziert "Prêt-à-porter"
Fragen zur Grenze von "hoher" und "niedriger"
Kunst, intellektueller und leicht konsumierbarer Kunst.
Was aber erwartet ein
Publikum von einer Ausstellung "französischer" Kunst?
Spielen Ideen von nationaler Identität in der gegenwärtigen
Kunstproduktion überhaupt eine Rolle? Werden Klischees des "typisch französischen", des "Savoir-vivre", "la
Belle Époque" oder "Amour fou" und
Bilder von "Café au lait" oder Rotwein trinkenden, Gauloise
rauchenden Menschen in der Kunst eingelöst? Werden
Einflüsse der Grundwerte "Liberté, Egalité,
Fraternité" sichtbar? Welche Ideen werden tatsächlich
durch die zeitgenössische französische Kunst transportiert?
Im Zeitalter weit reichender wirtschaftlicher und politischer Globalisierung
sowie elektronischer Vernetzung wird die Frage nach einer "kulturellen
Identität" gleichermaßen relevant wie auch obsolet.
Was
motiviert französische Künstlerinnen und Künstler
temporär in Deutschland (z. B. in Berlin) zu leben und zu arbeiten?
Zeigen sich Unterschiede in der akademischen Ausbildung und in der
künstlerischen Praxis?
Die unterschiedlichen künstlerischen
Positionen der Ausstellung "Prêt-à-porter" bilden unter den oben genannten Fragestellungen
Ausgangspunkte für diverse Diskurse, die im Rahmen eines Veranstaltungsprogramms
pointiert herausgegriffen werden sollen.
Prêt-à-porter
Du
9 mars au 29 juin 2008
Responsables
: Juliane Gallo et Susanne Jakubzcyk
Coresponsable
: Bernhard Balkenhol
« Insert »
: Rein Wolfs
Gilles
Barbier, Marseille (F)
Cécile
Belmont, Berlin (D)
Julien
Berthier, Aubervilliers (F)
Nathalie
Elemento, Paris (F)
Claire
Fontaine, Paris (F)
Charles
Fréger, Rouen (F)
Cécile
Paris, Paris (F)
Vincent
Tavenne, Berlin (D)
Après
avoir réaménagé dans les locaux du Fridericianum,
l'exposition d'ouverture du Kasseler Kunstverein (club artistique
de Cassel) a bien servi les intérêts de son pays voisin
le plus important, la France. En nommant l'exposition Prêt-à-porter »,
le Kasseler Kunstverein (club artistique de Cassel), invite huit
artistes contemporains français, hommes et femmes confondus.
Les ouvres sélectionnées montrent un large éventail,
qui va de la sculpture ou la photographie, en passant par la peinture
et la réalisation d'ouvres artistiques, jusqu'à la
conception textile et aux produits « combinés ».
Le
titre de l'exposition "Prêt-à-porter" emprunté
au monde de la mode évoque les idées de mobilité,
de légèreté, de tendance, de consommation et
de production de masse. Contrairement au terme de la « haute
couture », des questions émergent sur les thèmes
de l'individualité et de l'uniformité. En se référant
à l'art instructif, le terme « prêt-à-porter »
engendre des questions de limites entre un art « supérieur »
et un art « inférieur », autrement
dit, entre un art intellectuel et un art à la portée
de tout le monde.
Mais
qu'est-ce que le public attend d'une exposition d'art « français » ?
L'idée d'une identité nationale joue-t-elle seulement
un rôle dans la conception artistique actuelle ? Pendant
cette exposition artistique, va-t-on voir, des clichés de
la vie « typiquement française », du
« savoir vivre », de la « Belle
époque » ou de l' « amour fou »
et des photos de personnes en train de boire du café au lait
ou du vin rouge, ou de fumer des gauloises ? Va-t-on ressentir
les impacts des valeurs fondamentales « Liberté,
Égalité, Fraternité » ? Quelles
idées, l'art contemporain français, transmet-il ?
À une époque où la mondialisation politique
et économique, ainsi que l'interconnexion électronique
sont bien plus étendues, la question d'une « identité
culturelle » devient aussi bien pertinente qu'obsolète.
Qu'est-ce
qui pousse des artistes hommes et des artistes femmes français
à vivre et à travailler temporairement
en Allemagne (par exemple à Berlin) ? Existe-t-il des
différences entre la formation académique et la pratique
artistique ?
En
corrélation avec les questions mentionnées ci-dessus,
les différentes situations artistiques de l'exposition « Prêt-à-porter »
servent de points de départ à divers discours, qui
sont censés être piochés au hasard dans le cadre
d'un programme événementiel.
Abbildungen/images:
Cécile
Belmont, "Faire cavalier seul", Bluse, Fotografie, 2008,
Foto: Diana Kühn
Gilles
Barbier, "Melting Flesh", Gouache auf Papier, zweiteilig,
2007, Foto: Stefan Daub
Julien
Berthier, "Berthier 808", Stahl, Kompressor, Luftzylinder,
2001, Foto: Stefan Daub
Cécile
Paris, "Luck or Love", Video, Filmstill, 2005, ©
Cécile Paris
Nathalie
Elemento, "Sous le poids de la culture", Tisch aus Holz
mit 3 Bücher, 1999, Foto: Stefan Daub
Charles
Fréger, "Légionnaires", Fotografien, 2000-2001,
Foto: Stefan Daub
Claire Fontaine,
"Untitled (Identité, Tradition et Souveraineté)",
Drei Flaggen, Fahnenstangen, Beschläge und Staub, 2007, Foto:
Stefan Daub
Vincent
Tavenne, ohne Titel, Gips, 1994, Foto: Stefan Daub |