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TOMBOLA
14.-23. Dezember 2005
Eine Ausstellung mit Tombola
zur 170-Jahr-Feier des Kunstvereins
Der Kasseler Kunstverein
hat Geburtstag!
Seit
seiner Gründung durch Künstler der Akademie, Bürger
der Stadt und unter anderem auch einem der Gebrüder Grimm im
Jahr 1835 hat der Kunstverein sich der modernen Kunst verschrieben
und ist so stolze 170 Jahre alt geworden. Zum Ende des Jahres feiert
der Kasseler Kunstverein dieses Jubiläum mit einer speziellen
Ausstellung. Sie nimmt einen Modus auf, der mitverantwortlich ist
dafür, dass der Kunstverein bereits im ersten Jahr 740 Mitglieder
zählte. Sie hatten ihre Mitgliedschaft mit Aktien (912 im ersten
Jahr) erkauft, die es ihnen ermöglichte, an einer Verlosung
teilzunehmen und so - mit viel
Glück - in den Besitz originaler Kunstwerke zu kommen. Wer
Pech hatte, bekam ein sogenanntes Nietenblatt (Das erste war eine
Lithografie nach Rembrandts "Jakob segnet seine Enkel" (Jakobssegen).
Der Kasseler Kunstverein
nimmt diese Idee für seine Geburtstagsfeier auf und hat alle
Künstler/innen, die in den letzten 20 Jahren im Kunstverein
ausgestellt haben, eingeladen am Ausstellungsprojekt "Tombola" teilzunehmen.
Die Resonanz war überwältigend. Zahlreiche Unikate, Grafiken,
Auflagenobjekte, Editionen und signierte Bücher gingen ein
von u.a.
Pablo Alonso | Peter Angermann
| Birgit Antoni | Arno Arts | AY-O | Silvia Bächli | Bernhard
Balkenhol | Stephan Balkenhol | Alfred Banze | Rosa Barba | Rüdiger
Barharn | Hanna Bayer | Rolf Behme | Familie Behrendt | Julien Blaine
| Karl Oskar Blase | Hartmut Böhm | Conny Bosch | Tobias Brembeck
| Birgit Brenner | Erika Breuer | Horst Brunsiek | Adolf Buchleiter
| Barbara Bux | cARTed | ALBRECHT, d. | Walter Dahn | Martin Dege
| Stefan Demary | DOC(K)S | Felix Droese | Nezaket Ekici | Maria
Eichhorn | Rolf Escher | martinafischer13 | Peter Freitag | Adib
Fricke | Mechtild Frisch | Peter Frisch | Roland Geissel | Rolf
Gerner | Siegfried Gerstgrasser | Jochen Gerz | Silvia Götz
| Alfred Gong | Wiebke Grösch, Frank Metzger | Ute Gruenwald
| Olaf Hackl | Wolfgang Hahn | Wolfgang Hainke | Barbara Hammann
| Eric Hattan | Peter Hauenschild, Georg Ritter | Bernard Heidsieck
| Anton Henning | Reimer Hennings | Hans Hillmann | Ika Huber |
Patrick Huber | Florian Hüttner | Markus Hutter | Udo Idelberger
| Christoph Irrgang | Vera Isler-Leiner | Hilmar Liptow | Wolfgang
Kaiser | Frank Kästner | Roman Krasnitsky | Kazuo Katase |
Norbert Klassen | Ellen Kohlhaase | Till Krause | Mirjam Kuitenbrouwer
| Vollrad Kutscher | László Lackner | Gerhard Lang
| Rolf Lederbogen | Katrin Leitner | Gerhard Lienemeyer | Ute Lindner
| Simone Mangos | Rémy Markowitsch | Jonathan Meese | Ingo
Meller | Agnes Meyer-Brandis | Ralf Michna | Yana Milev | Ulrike
Möschel | Niall Monro | Isolde Monson-Baumgart | Klaus Müller-Domnick
| Jens Nagels | Jens Nedowlatschil | E. R. Nele | Reinhard Nißle
| Wulf Nolte | Eva Ohlow | Jürgen O. Olbrich | Walter Peter
| Gilbert Pink | Kathrin Rabenort | Norbert Radermacher | Markus
Raetz | Brigitte Rathmann | Ute Reeh | Christine Reinckens | Reinigungsgesellschaft
| Achim Riechers | Matthias Roth | Ulf Rungenhagen | Oliver Scharfbier
| Klaus Schinkmann | Hansjörg Schneider | Achim Schnyder |
Peer Schröder | Dieter Schwerdtle | Antje Siebrecht | Annegret
Soltau | Wolfgang Spanier | Daniel Spoerri | Klaus Staeck | Hermann
Stamm | Birgit Szepanski | Gisbert Tönnis | Dieter Tonn | Dirk
Tonn | Endre Tót | Andreas Tschernoch | Timm Ulrichs | Veronika
Veit | Verena Vernunft | Andreas Vogt | Arno Waldschmidt | Rolf
Walz | Uwe Warnke | Mathias Weis | Michael Wiedemann | Moritz Wiedemann
| Renate Wiedemann | Emmett Williams | Dorothee von Windheim | Bernhard
Wollborn | Jindrich Zeithammel
Speziell aufgelegt wird
eine Bearbeitung des 1. Nietenblattes des Kunstvereins durch Daniel
Behrendt, das an alle "Nieten" vergeben wird.
Alle
Arbeiten werden im Kasseler Kunstverein vom 14. bis 23. Dezember
zu den Öffnungszeiten des Kasseler Kunstvereins ausgestellt.
In dieser Zeit können bereits Lose zu 10 EUR gekauft werden.
Am 20. Dezember ab 17 Uhr werden dann die Arbeiten mit Losnummern
versehen und während einer Tombolaparty an die Mitglieder des
Vereins und Gäste verlost. Als besonderer Anreiz ist jedes
zweite Los ein Gewinn. Ein Umtausch bei der sogenannten "Umtauschbörse"
ist nur am 20.12. möglich. Die Gewinne können bis zum
23. Dezember im Kasseler Kunstverein von 11-18 Uhr gegen Vorlage
des Loses abgeholt werden.
Eine Dokumentation mit
zahlreichen Abbildungen und einer Chronik der letzten 20 Jahre zum
170-jährigem Jubiläum erscheint am 20.12.
Abb. v.o.n.u.:
Richard Serra, Schwarz-Weiß-Fotografie, 1982, Fotograf: Dieter
Schwerdtle
Rémy
Markowitsch, On Travel, Ausstellungskatalog 2004
Birgit
Brenner, Den Tag verbrachte er, Kugelschreiberzeichnung, Schrift,
Heftklammern, gerissenes Papier auf Farbkopie, 2005, Courtesy: Galerie
Eigen + Art Leipzig/Berlin
MONITORING im
Kasseler Kunstverein
Rosa Barba - you
cannot remain indifferent
9. - 20. November 2005
In den Räumen des
Kasseler Kunstvereins wird darüber hinaus im Rahm en
der Ausstellung MONITORING die – außerhalb des Wettbewerbs
laufende - Einzelausstellung der Künstlerin Rosa Barba zu sehen
sein.
In den filmischen Arbeiten von Rosa Barba wird der Moment vor einer
entscheidenden Aktion beschrieben, ein Zwischenzustand, in welchem
die Bedeutung sich für einen Augenblick auflöst und einen
Blick der Unvollständigkeit hinterlässt. Sie konfrontiert
das Publikum immer mit der Erfahrung von Möglichkeiten und
gelegentlich auch mit schierer Abwesenheit. Die Künstlerin
arbeitet mit den Medien Film, Ton, Text und Fotografie. Viele der
Film- und Tonarbeiten handeln von Ereignissen, die sich ankündigen,
aber nicht vollziehen. Was genau geschehen wird, bleibt offen oder
ist das Ergebnis unserer Fantasie, unserer Erinnerung, unserer Vermutung,
angesiedelt zwischen Erfindung, wissenschaftlicher Analyse, Willens-
und Vorstellungskraft. Die Handlungen ihrer Geschichten entwickeln
sich an den Nahtstellen der Konstruktionen von fiktiven und authentischen
Wirklichkeiten, die Spannung von Dauer und Moment, von gedehnter
Zeit und dem einmaligen Augenblick. Die aufgereihten Ereignisse
und minimalen Sensationen bilden die imaginären Bahnen ihres
Netzwerkes.
Es entstehen "Pirate
Spaces“, wie ihre Installation aus dem Jahr 2002 heißt.
Räume, in denen sich das Unwahrscheinliche und das Unmögliche
temporär entfalten können und in denen man Zeit gewinnt,
weil sie einer zeichnerischen und musikalischen Struktur verpflichtet
sind. In „Machine Vision Seekers“ (2003) ist
die Handlung eine Art Science Fiction Geschichte einer Emigration,
die sich komplett im Dunkeln abspielt. Eine Gruppe von Menschen
tastet sich durch einen unbeleuchteten Korridor unterhalb der Erde,
um den Startpunkt ihrer Abreise zu finden. Der Text spielt mit der
Visualisierung von Begriffen und Gedanken in einer unsichtbaren
Umgebung. Rosa Barba benutzt dazu einen bewegten Filmprojektor,
der die Wörter mit überraschenden Bewegungen an die Wand
wirft. „Parachutable“ (2004) zeigt ein fast unsichtbares
architektonisches Modell innerhalb einer Landschaft und wir hören
einem Gedankengang über die Möglichkeit des Verschwindens
zu. In "Its Gonna Happen" wird ein fiktives Telefonat
von zwei Präsidenten über die Tonspur des Filmes abgespielt
und ein Filmskript projiziert, das die Bilder der Stadt beschreibt.
Abb. v.o.n.u.:
Rosa Barba,
Machine Vision Seekers, 16 mm Film, Farbe, bewegter Projektor, ,
6:45 Minuten, 2003
Rosa Barba,
Parachutable, 2 Filme, 16 mm, Farbe, optischer Ton, 4 Minuten, 2004
MONITORING im
KulturBahnhof
Medienkunstausstellung
des 22. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofestes
9. - 13. November 2005
Am 9. November 2005 eröffnet
im Rahmen des 22. Kasseler Dokumentarfilm- & Videofestes die
Medienkunstausstellung MONITORING. Damit wird der interdisziplinäre
Ansatz des Festivals aufgegriffen und über den filmischen Schwerpunkt
hinaus erweitert. In diesem Jahr wird MONITORING an zwei Ausstellungsorten
zu sehen sein. Neben dem mittlerweile traditionellen Ausstellungsort
im KulturBahnhof werden auch die Räume im Kasseler Kunstverein
bespielt.
Die aus 350 Installationsvorschlägen ausgewählten 16 Arbeiten
internationaler KünstlerInnen des Wettbewerbbereiches werden
für die Dauer des Filmfestes im Südflügel sowie im
Stellwerk des KulturBahnhofs präsentiert. Inhaltliche als auch
formale Klammer all dieser Arbeiten ist das wiederkehrende Motiv
der „schrägen Räume“. Es handelt sich um Räume,
die irgendwie in eine Schräglage geraten sind; Bildräume,
deren perspektivische Bedeutung versetzt erscheint; Ausblicke in
Räume mit einer beunruhigend gekippten Sicht der Dinge. Solche
Verschiebungen ziehen sich wie ein Leitfaden mit vielen Verschlingungen
durch die Ausstellung und werden auch auf menschliche Handlungsräume
und zwischenmenschliche Beziehungen übertragen, in denen kommunikative
Schräglagen oder Wahrnehmungsverzerrungen auftreten können.
Die
von einer Jury – bestehend aus KünstlerInnen, KuratorInnen
und KunstwissenschaftlerInnen – getroffene Auswahl versucht,
aktuelle Entwicklungen und Tendenzen im Bereich der Medieninstallationen
abzubilden sowie internationale als auch hessische KünstlerInnen
nebeneinander zu präsentieren. Dieses Engagement wurde in diesem
Jahr mit einer Förderung durch die Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung
ausgezeichnet. Alle ausgestellten Arbeiten konkurrieren um den mit
2.500 Euro dotierten „Golden Cube“, den Preis für
die beste Medieninstallation, gestiftet von der Marli-Hoppe-Ritter-Kunststiftung
und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Gewonnen
hat ihn: Eske, Schlüters.
KünstlerInnen: Nine
Budde, Berlin | Mascha Danzis, Kassel |
Hasan M. Elahi, New York
| Nina Fischer und Maroan el Sani, Berlin | Fabien Giraud, Paris
| Annette Gödde, Berlin | Sagi Groner, Amsterdam | Jan Imberi,
Offenbach | Oliver Kunkel, Köln | Marianna Mørkøre,
Berlin | Charly Nijensohn, Berlin | Reinigungsgesellschaft, Dresden
| Manuel Saiz, London | Eske Schlüters, Hamburg | Andrea Schüll,
Kassel | Marcus Wendt, Kassel
Die Ausstellung MONITORING
ist eine Kooperation von: Kasseler Dokumentarfilm- & Videofest,
Kasseler Kunstverein, Kulturdezernat/documenta Archiv, Stellwerk.
Abb. v.o.n.u.:
Fabien Giraud, The Straight Edge, Paris, 2005
Nina Fischer
& Maoran el Sani, -273,15°C = 0 Kelvin (Radio Solaris),
Berlin, 2004
Ulrike Gärtner
ALIENS unterwegs!
3. September - 23. Oktober
2005
Kuratoren: Bernhard Balkenhol,
Dr. Holger Birkholz
Sie
kommen aus China und sind seit über 250 Jahren bei uns zu Hause.
So könnte man sagen, dass sich Götterbäume (Ailanthus
altissima) bei uns ganz gut eingebürgert haben, wenn sie nicht
im Ruf stünden, wie Unkraut zu wachsen. Die Künstlerin
Ulrike Gärtner befasst sich seit einigen Jahren mit dieser
Baumart und den verschiedenen inhaltlichen Anknüpfungspunkten
zu Fragen der Migration oder der Ökosoziologie. In Kassel,
wo der Götterbaum weniger präsent ist, wird sie - unterstützt
von den Einwohnern der Stadt - die vorhandenen Bestände erfassen.
In den Räumen des Kasseler Kunstvereins sind unter anderem
eine Anzuchtstation und ein Laboratorium zur Erforschung des weltweit
verbreiteten Ailanthu s
zu sehen. Götterbaum-Boten aus 11 weiteren Städten senden
dafür Blätter der Pflanze an die Science Bridge Arts (SBA)
der Universität Kassel. Darüber hinaus will Ulrike Gärtner
einen der bevorzugten Gäste des Götterbaums, den bei uns
noch nicht heimisch gewordenen Ailanthus-Seidenspinner (Samia cynthia)
im Kunstverein ansiedeln. ALIENS unterwegs!
Fotografie:
Ursula Wohnmann und Thilo Fröbel
Wolfgang Kaiser
Pauline Kraneis
21. Mai - 17. Juli 2005
Kuratoren: Bernhard Balkenhol,
Barbara Heinrich
Die Kuratoren Bernhard Balkenhol und
Barbara Heinrich luden zwei unabhängig voneinander in München
und Berlin arbeitende Künstler zu einer Ausstellungspremiere,
einem ersten gemeinsamen Ausstellungsprojekt in den Kasseler Kunstverein
ein. Das Konzept der Ausstellung sieht vor, jedem sowohl einen eigenen
Ausstellungsraum zur Verfügung zur stellen als auch die verbleibenden
Räume für eine Begegnung - vielleicht sogar für gemeinsam
neu konzipierte Arbeiten anzubieten.
Wolfgang
Kaiser (geb. 1965) ist Bildhauer. Aber seine Arbeiten schlägt
er schon lange nicht mehr aus Holz oder Stein. Stattdessen sind
politisch und kulturell geprägte Landschaften sein skulpturales
Material. Kaiser platziert kleine Objekte, Schriftzüge oder
Fotokopien an sorgfältig ausgewählte oder zufällig
gefundene Orte. Das Fenster eines Wartehäuschens in München
trägt die Aufschrift "Spital" und im Schnee der Kampenwand
bei Aschau steht ein orangefarbener Aufsteller mit der schwarzen
Aufschrift "MALTA". Alle diese Arbeiten verbleiben vor
Ort, werden vom Künstler lediglich fotografisch dokumentiert
und dann ihrem Schicksal überlassen. Wolfgang Kaiser verfremdet
mit bescheidenen Eingriffen und Ironie die Eindeutigkeit bestehender
Verhältnisse und Situationen, indem er sie mit neuen Bedeutungen
auflädt.
"Er nimmt die Lupe aus
der Tasche und schaut genauer hin, interessiert sich für das,
was unter den Teppich gekehrt wird. Ganz beiläufig, sensationell
unspektakulär, polt er unsere Erwartungen um, bürstet
die gewohnte Dramaturgie gegen den Strich." schreibt Stephan Balkenhol,
sein Lehrer in Karlsruhe, über ihn.
Pauline Kraneis (geb.
1970) hingegen extrahiert Ausschnitte aus bestehenden Räumen/Realitäten,
um sie - jetzt frei von ihrem Kontext - einer genaueren Untersuchung
zu unterziehen. Häufig
sind Fotografien oder gefundene Abbildungen alltäglicher Orte
der Ausgangspunkt für ihre Arbeit: Terminals, Verkehrswege,
Straßennetze oder auch die Muster von Teppichen, Kacheln oder
bestimmten architektonischen Gebilden. Kraneis nähert sich
diesen Strukturen mittels der Zeichnung. Da liegt der Flughafen
Tegel mitten im Bild und kein Weg scheint zu ihm hin zu führen
aus dem isolierten Muster eines orientalisch anmutenden Teppichs
wird ein Labyrinth aus Grundflächen, Wegen und Plätzen,
das an einen Stadtplan erinnert. Ihre Sujets betrachtet die Künstlerin
meist aus der Vogelperspektive, doch die vermeintliche
Übersicht täuscht, denn das Arrangement der Linien verdichtet
sich zu "Raumbildern" ganz eigener Art. "Ein stetiges
Verschieben der Perspektive in der Wahrnehmung unserer Umgebung
macht es schwer, zwischen Nähe und Ferne, Innen und Außen
zu unterscheiden. Die Gesetzmäßigkeiten von Bewegung
und Dimension werden obsolet, wenn eine Ebene mit der nächsten
verschmilzt und sich damit neue Räume eröffnen. Der geschaffenen
(Gedanken-) Raum wird somit kontinuierlich neu definiert als eine
Art fluktuierendes Gebäude", so Pauline Kraneis selbst über
ihre Arbeit.
Abb.
v.o.n.u.: Wolfgang Kaiser, "Krottenhill (Allgäu)",
Leuchtkasten 2003. Wolfgang Kaiser, "Ville di Corsano (Italien)",
Leuchtkasten 2001. Pauline Kraneis, "Sofronia", Acryl
auf Wand 2004/05, Fotograf: Markus Schneider. Pauline Kraneis, "Munro",
Kugelschreiber auf Papier, 80 Blätter DIN A 4 2003.
VORSTANDsWAHL
25. Februar - 24. April
2005
Die runde Zahl 170 Jahre
Kasseler Kunstverein im Jahr 2005 und eine weitere runde Zahl, die
eher internen Charakter hat, der
Künstler Jürgen O. Olbrich arbeitet 2005 seit 20 Jahren
ehrenamtlich im Vorstand des Kasseler Kunstvereins mit, haben uns
zu einer besonderen Ausstellung veranlasst. Sie hat den Titel "Vorstandswahl"
. Es ist tatsächlich eine Ausstellung,
keine Wahl - obwohl der Begriff " Vorstandswahl" etwas anderes suggeriert.
Denn nicht ein neuer Vorstand wird - womöglich als Performance
- gewählt, sondern 10 ehemalige Vorstandsmitglieder des Kasseler
Kunstvereins, Mitstreiter Jürgen O. Olbrichs, haben "ihre Wahl"
getroffen.
Denn Olbrich hat sie,
die im Laufe ihrer Vorstandszugehörigkeit oftmals Ausstellungen
kuratiert haben, zu diesem Projekt eingeladen und sie gebeten, noch
einmal in die Verantwortung zu gehen. "Es gab immer Wünsche
und Vorschläge des Vorstandes, die sich nicht realisieren ließen,
sei es aus Zeit- oder Programm-Gründen", erinnert sich Jürgen
O. Olbrich. "Das ist nun die Möglichkeit, diese Vorhaben für
das Publikum nachzuholen". Denn jetzt soll jeder einen Künstler
oder eine Künstlerin vorschlagen, die er/sie damals gerne gezeigt
hätte und sie/ihn mit einem Werk nach Kassel einladen.
Im Kuratorenteam der ehemaligen
Vorstandsmitglieder treffen wieder aufeinander:
Heiner Georgsdorf, Wolfgang
Haeseler, Patrick Huber, Ingrid Koszinowski-Spötter, Karin
Melchior, Felicia Riess, Leonhard Scheuch, Felicia Riess, Bodo Vogl,
Walter Weiss, Michael Wiskemann.
Die ausgewählten
Künstlerinnen und Künstler sind:
Karl Oskar Blase, Paul
Bode, Olaf Hackl, Peter Hauenschild / Georg Ritter, Urs Lüthi,
Olivier Mosset / Phil Sims / Jürgen Paatz / Günter Umberg,
Klaus Müller-Domnick, Eva Ohlow, Hansjörg Schneider, Gisbert
Tönnis.
Der
Vorstand des Kasseler Kunstvereins hat zwar immer einen Vorsitzenden,
der im Großen und Ganzen die Fäden in seiner Hand zusammenhält,
die Ausstellungen aber werden immer von allen Vorstandsmitgliedern
abgestimmt und dann in die Verantwortung eines Einzelnen gegeben,
der sie in seinem - und der Künstler/innen - Sinne organisiert
und präsentiert. So kommt die Vielfalt und Breite künstlerischer
Positionen im Ausstellungsprogramm zustande. Diese "Vorstandswahl"
nun zeigt noch einmal rückblickend eine Momentaufnahme dieses
Spektrums. Sie möchte damit das ehrenamtliche Engagement derjenigen
ehren, die über Jahre in Kassel "Kunstgeschichte" geschrieben
haben und die mit ihrer fundierten Kenntnis der Gegenwartskunst
und nicht zuletzt auch mit ihrem ganz persönlichen "Geschmack"
der Kasseler Kultur spezifische Farben gegeben haben.
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