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Penny Yassour - Echolalia

19. Dezember 2000 bis 25. Februar 2001

Die israelische Künstlerin und documenta X-Teilnehmerin Penny Yassour (geboren 1950) wurde 1999 mit dem Arnold-Bode-Preis ausgezeichnet. Der Kunstverein zeigt nun eine umfassende Einzelausstellung dieser Künstlerin in Deutschland. Der Titel ihrer documenta-Arbeit 'Mental Maps- Involentary Memory' kann als übergreifendes Thema ihres künstlerischen Interesses verstanden werden. Auch die jetzt gezeigte, neu für die Räume des Kunstverein entwickelte Arbeit beschäftigt sich mit dem unfreiwilligen Erinnerungsvermögen und benutzt als konzeptuellen Rahmen das Prinzip der 'mentalen Landkarten'. „I had a night dream: the people swarmed on the public square and pointed laughingly at me, and I was filled with shame and fear“. Dieser Satz durchzieht als beleuchtetes Schriftband in mehreren Sequenzen wie eine Achterbahn die ganze Arbeit: die Person aber, die das gleichzeitig über viele kleine Lautsprecher flüstert, sucht man vergeblich. Statt dessen findet man sich auf einer Art Jahrmarkt wieder. Operale Musik - geschrieben vom israelischen Komponisten Haim Permont - erfüllt den Raum, große Holzkisten sind zu Buden aufgeklappt. Aus der ersten ergießt sich ein großer runder Platz aus rotem Gummi. Gegenüber, von einem plötzlich einsetzenden Chor begleitet, haben Akrobaten eine Pyramide gebildet. Es sind Arbeiter, deren Umrisse sich in einer Landkarte aufgelöst haben und deren Köpfe, ersetzt durch seltsame Mützen, wie markierte Städte oder industrielle Zentren erscheinen. Den dritten Platz schließlich nimmt der letzte Teil des Satzes ein, der nun die Form einer Spirale angenommen hat. Fünf aus Faltenbälgen gefertigte Kabinen, die sie 'spatio-folds' nennt, stehen bereit. In sie kann man sich zurückziehen oder durch die Szenerie fahren lassen. Penny Yassour stellt die Frage nach dem Moment, in dem Geschichte, Erinnerung und Gegenwart eins werden und sich die Gleichzeitigkeit aller existentiellen Ebenen herstellt. Die so angehaltene Zeit entwickelt ein 'in-between', einen atemlosen Zustand von Fragen nach den persönlichen und gesellschaftlichen Bezügen, nach der Verantwortung für das eigene Befinden und Handeln. In diesem Sinne hat dieser Moment politische Bedeutung. Es gilt, das 'Dazwischen' wahrnehmbar und handhabbar zu machen, einen Weg zwischen den verschiedenen Ebenen des Bewusstseins und des Unterbewusstseins zu bahnen. „Mir geht es um Erinnerung, aber nicht als eine, die Vergangenheit meint, sondern eine, die ein aktives Element der Gegenwart ist. Das bedeutet, sich in einer besonderen Form Geschichte gegenüber zu verhalten, als etwas, das aktuell und Teil des Lebens ist“, sagt sie.



Rüdiger Barharn - Malerei

18. März bis 6. Mai 2001

Die farbigen, dynamischen Bilder des Düsseldorfer Malers Rüdiger Barharn (geboren 1955) reflektieren auf sinnlich, spielerische Weise die Funktionsweise der Malerei. Zu sehen sind - auf einer zweiten Ebene, einem kalkulierten Netz, Raster oder Gitter - immer wieder die gleichen figurativen Elemente aus unserer Mediengesellschaft. Es sind disparate Dinge, die aber verbindet, dass sie flexible Räume eröffnen, in denen Kommunikation und menschliche Geschichte erzeugt werden kann.
Rüdiger Barharn studierte an der HdK Berlin bei Bernd Koberling, erhielt 1982 den Villa Minimo Preis des Kunstvereins Hannover, lebt und arbeitet heute in Düsseldorf.


Peter Frisch- Skulpturen

18. März bis 6. Mai 2001

Der Holzbildhauer Peter Frisch (*1958) zeigt in den zwei Kabinetten des Kunstvereins zwei raumbezogene Arbeiten. Die zu einem Haufen gestapelten stabförmigen Skulpturen erscheinen, als seien sie nicht von dieser Welt. Es sind rätselhafte Gebilde, deren Oberflächen mit ihren organischen Strukturen und Materialien an Bilder denken lassen, die Hochleistungsmikroskope aus dem Inneren der Natur liefern.
Peter Frisch lebt und arbeitet seit 1987 als freischaffender Künstler in München und war seit 1988 an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland beteiligt.



Changing Places - Stipendiaten des Cusanuswerk

26. Mai bis 15. Juli 2001

Conny Bosch / Tobias Brembeck / Peter Freitag / Friederike Knapp / Thomas Lüer / Ulrike Möschel / Christoph Rodde / Johanna Schwarz / Birgit Szepanski / Renate Wiedemann /

Seit zwölf Jahren pflegt das Cusanuswerk, eines von elf Begabtenförderungswerken in der Bundesrepublik, ein eigenes Förderprogramm für Studierende der Bildenden Künste. Zum vierten Mal präsentiert das Cusanuswerk nun eine Abschlußausstellung seiner Stipendiaten und ist in diesem Jahr im Kasseler Kunstverein zu Gast.
Zehn Kunststudentinnen und Kunststudenten aus verschiedenen Hochschulen Deutschlands zeigen unter dem vieldeutigen Titel 'Changing Places' unterschiedliche Positionen, Themenfelder und Medien. Mit dem Titel 'Changing Places' haben die Stipendiaten des Cusanuswerks für ihre Ausstellung einen thematischen Rahmen gefunden, der mehr als eine Überschrift ist. Denn mit dem Hinterfragen des definierten Ortes als sicherstem Verweis auf die Tatsächlichkeit eines Ereignisses, geraten auch alle anderen Faktoren in Bewegung. Die Relationen drehen sich um.


Back to Kassel 2 - Grafiker und Illustratoren

1. bis 30. September 2001

Bernd Bexte / Dirk Bleicker / Martina Blume / Ecke Bonk / Wilfried Elfers / Gábor Fekete / Henrich Förster / Paul Froitzheim / Frieder Grindler / Elisabeth Hau / Hans Hillmann/ Eberhard Kirchhoff / Susanne Klopfstock / Heinz Lauer / Rolf Lederbogen / Hans Leistikow / Gerhard Lienemeyer / Frauke Meyer / Klaus Meyer / Niall Monro / Isolde Monson-Baumgart / Reinhard Nißle / Christiane Pieper / Pellegrino Ritter / Marlies Rosa / Renate Schlicht / Helmut Schmidt-Rhen / Christoph Schubert / Dirk Streitenfeld / Jim Tarr / Dieter Tonn / Dirk Tonn / Erna de Vries / Walter Vorjohann und Gerd Wippich.

Die Ausstellungsreihe 'Back to Kassel' präsentiert Kulturschaffende, die ihre Wurzeln in Kassel haben, die in dieser Stadt gelebt, studiert oder gearbeitet, Kassel aber vor mindestens fünf Jahren verlassen haben. Nachdem im vergangenen Jahr Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Plastik und Installation gezeigt wurden, widmet sich 'Back to Kassel 2' nun der Grafik und Illustration.
In Kassel sind in den vergangenen Jahrzehnten Grafikergenerationen ausgebildet worden, die innovative, eigenständige und unverwechselbare künstlerische Positionen im Umgang mit Zeichnung, Typografie und Fotografie hervorbrachten. Sie prägten damit das Bild der grafischen Künste inner- und außerhalb der Bundesrepublik entscheidend. Die 'Kasseler Schule', 1948 von Professor Hans Leistikow begründet und eng mit den Namen der Professoren Hans Hillmann, Gunter Rambow und Jan Lenica verbunden, hat ihr Renommee vor allem im Bereich der (Film-) Plakatkunst sowie der Buch- und Zeitschriftengrafik erworben. Ihr Stil zeichnet sich durch Sachlichkeit und Klarheit, durch lapidare Strenge und Hintersinn gleichermaßen aus.
Die Ausstellung im Kasseler Kunstverein konzentriert sich auf alle Bereiche der angewandten Grafik und präsentiert, neben den thematischen Schwerpunkten Plakat-, Buch- und Zeitschriftengestaltung, auch Corporate Design, Comic, Werbefilm und Webdesign.


Wiedervorlage d5
Befragung des Archivs zur documenta von 1972

3. November bis 30. Dezember 2001

Stephen Craig / Sabine Groß / Christian Jankowski / Michel Majerus / Tobias Rehberger

Eine Ausstellung anlässlich des 40jährigen Jubiläums des documenta Archivs der Stadt Kassel in Kooperation mit dem Kasseler Kunstverein und der städtischen Galerie Nordhorn.
'Wiedervorlage d5' versteht sich ganz bewußt als zeitgenössische Ausstellung, welche die kunsthistorisch bedeutsame documenta 5 nicht als reine Archivalienausstellung präsentiert, sondern diese in enger Zusammenarbeit mit fünf Gegenwartskünstlern in einen multimedialen Erfahrungs- und Wissensraum überträgt. In einer Raumfuge mit fünf Kapiteln wird die damalige Ausstellung in ihrer ganzen Vielfältigkeit, ihren Denk-anstößen und bahnbrechenden Auswirkungen befragt und einem Publikum neu vorgelegt.
Mit der 'Wiedervorlage d5' entsteht keine vorlagengetreue, ausschnitthafte Rekonstruktion der documenta 5, sondern dem Besucher eröffnet sich ein zeitgenössischer Blick in die spannende Welt des Archivs. Welche Möglichkeiten bietet es nach fast dreißig Jahren, ein spektakuläres Ereignis mit Fotos, Filmen, Briefen und Dokumenten tatsächlich noch einmal nachvollziehbar werden zu lassen? Mit den Mitteln ihrer Zeit und im befragenden Rückblick eine parallele Bild- und Rezeptionswelt zum documenta 5-Archiv.


18. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest
MONITORING - Medieninstallationen

Ausstellungsort: Kasseler KulturBahnhof.
14. bis 18. November 2001

Stan Douglas / Candice Breitz / Eric Hattan / Jörg Herold / Ute Hörner u. Mathias Antlfinger / Annette Hollywood /Susanne Kutter / Katrin Leitner u. Walter Peter / Christine Lohr / Christoph Rütimann / Jaap de Ruig / Rada Šešic / Thomas Sterna / Florian Thalhofer / Catrine Val

Monitoring ist die Ausstellung zum 18. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest.
Die Ausstellung zeigt 15 Positionen innerhalb der Medienkunst von internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Das thematische Spektrum reicht dabei von klassischen dokumentarischen Arbeiten, über Aufnahmen alltäglicher Momente, zu virtuellen Spaziergängen mit gesellschaftspolitischer Konversation.

 
   
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