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ART JOURNAUX - Die Kunst der Zeitschrift
29. Januar bis 13. März
2000
'ART JOURNAUX' ist international
die erste Ausstellung, die sich mit dem Thema Künstlerzeitschriften
in all ihrer künstlerischen, graphischen und inhaltlichen Bandbreite
befasst. Der Kasseler Kunstverein präsentiert mehr als 350
Künstlerzeitschriften des 20. Jahrhunderts aus 25 Ländern.
Ausgehend von Marcel Duchamp, der als erster eine komplett von einem
Künstler gestaltete Zeitschrift (VIEW, 1945) herausgegeben
hat, erschließt ein unerschöpflicher Fundus von originellen
Druckobjekten das Medium Zeitschrift bis an die Grenzen der Definition
dessen, was eine Künstler-Zeitschrift sein kann. Der Besucher
kann diese Zeitschriften in einer interessanten Inszenierung in
Glashäuser betrachten.
Die Originalbeiträge stammen u.a. von Andy Warhol, Robert Rauschenberg,
Archigram, Joseph Beuys und zahlreichen anderen 'Klassikern der
Moderne'. Neben weiteren außerordentlich renommierten Künstlern
und Herausgebern wie z.B. Günther Uecker, Lawrence Weiner,
Olaf Nicolai oder Adib Fricke finden sich auch eine Vielzahl weniger
bekannter Namen. Außerdem können im 'Lesesaal' zahlreiche
Originale betrachtet und als Doubletten durchblättert werden.
Die Ausstellung zeigt die Sammlung Rolf Dittmar (Wiesbaden), der
u.a. auf der documenta 6 für die Abteilung 'Künstlerbücher'
verantwortlich zeichnete. Kuratiert hat diese Ausstellung der Künstler
Jürgen O. Olbrich.

ÖSTLICH VON EDEN - OSTKREUZ
Agentur der Fotografen
8. April bis 21. Mai 2000
Sibylle Bergemann / Annette Hauschild / Harald Hauswald / Ute Mahler
/ Werner Mahler /
Jens Rötzsch / Anne Schönharting / Georg Schönharting
/
Michael Trippel / Jörn Vanhöfen / Maurice Weiss
Die Berliner Agentur OSTKREUZ
gehört mit dreizehn Autorenfotografen unterschiedlicher Generationen
zu den bekanntesten jungen Agenturen Deutschlands. Sie arbeitet
für Magazine wie Stern, Spiegel, Die Zeit und Geo, Liberation,
El Pais oder Times Magazine und Buchverlage. Aber auch die Bereiche
Unternehmenskommunikation und Werbung sind wichtige Arbeitsfelder.
OSTKREUZ hebt die Grenze zwischen Journalismus und künstlerischer
Fotografie auf und versammelt Fotografen unterschiedlichster bildsprachlicher
Positionen. Allen gemeinsam ist die Gratwanderung, bei der Suche
nach dem Authentischen, durch ein 'sich-einlassen- müssen'
auf Tatsächliches und das Bewusstsein, fotografisch und persönlich
eigene Standpunkte zu finden und Stellung nehmen zu müssen.
So beinhaltet diese Fotografie sowohl Dokumentation und Erzählung,
als auch journalistische und künstlerische Arbeit. In der Ausstellung
' Östlich von Eden' fragen 12 OSTKREUZ-Fotografen nach der
Wirklichkeit in Deutschland heute und den Veränderungen der
Alltagsrealität der DDR nach der Wende. Wie haben sich Selbstverständnis
und Lebensgefühl verwandelt oder erhalten und wie hat sich
die Geschichte der Wende in die Architektur, die Landschaft, die
Wohnungen und Verhaltensweisen der Menschen eingeschrieben?

Aernout Mik - Simulantengang
10. Juni bis 9. Juli 2000
Der niederländische
Künstler Aernout Mik (geboren 1962) hat die erhabenen Proportionen
und Maße der Räume des Kunstvereins im Museum Fridericianum
durch den Einbau einer neuen Architektur geschrumpft. Die einmeterfünfundsiebzig
hohen, organisch geschwungenen Mauern sind so niedrig, dass sich
der Besucher ungewohnt gebückt fühlt. In die Wände
sind auf Bodenhöhe Videoscreens eingelassen, die durch die
Hintergrundprojektion hell erleuchtet in verschiedene Räume
blicken lassen. Zusätzlich werden Orientierung und Gleichgewichtssinn
in den dunklen Räumen irritiert, weil sich Wände bewegen
und Bodenwellen für unsicheren Tritt sorgen. Die versetzte
Maßstäblichkeit ist kalkuliert, denn sie betrifft gleichsam
die Verhältnisse der vorgeführten Realität in den
Videos. Nicht nur die Architektur, auch die Personen, Handlungen,
Situationen und Orte sind aus ihren Zusammenhängen geschrumpft.
Es entsteht ein SIMULANTENGANG. Die besondere künstlerische
Arbeit von Aernout Mik besteht darin, die Folien unterschiedlicher
Ebenen von Wirklichkeit sichtbar übereinander zu legen und
zu vermischen, ohne dabei ihre jeweiligen Strukturen und Begründungs-
bzw. Bedeutungszusammenhänge zu zerstören. Er findet eine
Schnittstelle dieser Ebenen, an der er das Bild anhält und
sich aus dem dort vorhandenen Material, bestehend aus Details eines
komplexen Geschehens, ein neuer eigenständiger Film entwickelt.
Damit entsteht eine Bewegung, die das Ereignis immer wieder auf
dramatische Weise zuspitzt ohne zu einer Lösung zu führen.
Das macht die eigentümliche Irritation der Arbeiten aus. Die
Installationen von Aernout Mik sind Orte in einer Versuchsanordnung,
deren Parameter nicht bekannt gegeben werden und die nur schwer
aus der bloßen Beobachtung rekonstruierbar sind. Die Indifferenz,
mit der sich Probanden in solchen Systemen verhalten, machen die
politische Dimension der Arbeiten Aernout Mik aus. Das Videobild
wird zum Kontrollmonitor für die künstlerisch gesellschaftliche
Forschung am lebenden Objekt.

BACK TO KASSEL
9. September bis 3. Oktober
2000
Stephan Balkenhol / Rolf Behme / Heiner Blum / Hartmut Böhm
/ Michael Buthe / Martin Brüger / Gunter Demnig / Günter
Dohr / Reinhard Doubrawa / Thomas Emde; Mechthild Frisch / Wolfgang
Hahn / Erwin Heerich / Werner Krieglstein / Raimund Kummer / Bernhard
Martin / Ralf Peter Michna / E. R. Nele / Hanno Otten / Gilbert
Pink / Ute Reeh / Andreas Schulze
Der Kasseler Kunstverein
hat zur 2. Museumsnacht 22 Künstlerinnen und Künstler
eingeladen, die in Kassel studiert, gelebt oder gearbeitet haben
und nach längerer Abwesenheit in diese Stadt zurückzukehren,
um im Kunstverein unter dem Titel 'Back To Kassel' ein Gastspiel
zu geben. Dabei treffen ganz unterschiedliche Generationen, Positionen
und Medien zeitgenössischer Kunst aufeinander. Ganz junge Künstler,
die erst vor wenigen Jahren die Kasseler Kunsthochschule verlassen
haben treten an prominentem Ort in eine inhaltliche und visuelle
Diskussion mit den KünstlerInnen anderer Jahrgänge während
dieses vierwöchigen 'Klassentreffens'.
Silvia Bächli - Zeichnungen
21. Oktober bis 26. November
2000
Die in Basel und Paris lebende Schweizer
Künstlerin Silvia Bächli (geboren 1956) stellt in dieser
Austellung ihre kleinformatigen Zeichnungen zu Installationen zusammen.
Silvia Bächlis Zeichnungen sind keine Einzelbilder, sie wirken
'ausgeschnitten' und öffnen sich so verschiedenen Kontexten.
Dementsprechend variiert sie Höhe und Abstände der Blätter
und ordnet sie auf der Wandfläche zu komplexen Bezugsfeldern
und Partituren an. Silvia Bächli konzentriert sich in dieser
Ausstellung auf zwei große Themenfelder: Großstadt und
Landschaft. Die eine Lebenswelt ist geprägt von Architektur
und Verkehr, von regulierter Zeit und dem Einzelnen im Treiben Vieler.
Die Stadt ist das tägliche Umfeld der Künstlerin, weil
sie dort lebt und arbeitet. Die andere Lebenswelt lebt sich selbst,
sie ist Stein, Erde, Pflanze, Licht und Wetter. Die Landschaftszeichnungen,
die sie in Kassel zeigt, sind auf einer Reise durch Island entstanden.
Silvia Bächli ergänzt diese Themenfelder mit einer Installation
fotografischer Fundstücke. Diese sind von ihr teils selbstgemacht,
teils gesammelt und dienen ihr seit jeher als Archiv. Zum ersten
Mal gibt die Künstlerin mit dieser Installation von Fundstücken
unterschiedlichster Herkunft Einblick in ihr Archiv des Sehens.
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