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Tony Oursler - Zeichnungen

24. November 1996 bis 5. Januar 1997

Der Kasseler Kunstverein widmet dem Arnold-Bode-Preis-Träger Tony Oursler (geboren 1957) eine umfangreiche Ausstellung. Schwerpunkt ist das erstmals gezeigte zeichnerische Werk als die vielleicht privateste Form seiner Kunst. Über 200 Zeichnungen, zusammengestellt aus den Jahren 1976-1996, geben einen aufschlussreichen Eindruck in die Entstehung seiner Videos, Installationen und Performances, lesbar als Erzählung, Diskussion und Kommentar. Der Großteil der im Kasseler Kunstverein gezeigten Zeichnungen besteht jedoch aus eigenständigen Arbeiten. Darüber hinaus zeigt Oursler eine neue Videoarbeit und eine Demoversion seiner ersten CD-ROM.


Douglas Kolk - Drawings

11. bis 26. Januar 1997

Die direkt auf die Wand gezeichneten, großformatigen Figuren des New Yorker Künstlers Douglas Kolk (geboren 1964) erinnern an die Spielzeug- und Werbewelt. Sie wirken wie Figurenstudien und Szeneskizzen oder durchgezeichnete Illustriertenfotos, auch wie einfache Zeichnungen in Malbüchern für Kinder. Douglas Kolk skizziert mit Bleistift und Filzstift, ohne Duktus und fragmentarisch. Er reduziert die Figuren - pubertierende Jugendliche oder Katzen - auf einfache Zeichen, Umrissformen und Flächen. Er trifft mit seinen Figuren und Szenen diese hauchdünne Haut im Lebensgefühl, die aus dem werbenden Blick auf sich selbst besteht und als das eigentliche Leben geglaubt und genossen wird. Mit Elementen der Comicsprache schließlich erweckt er sie zum Leben 'some future are forbidden kit' oder 'My God Monica ...'. Douglas Kolk erfindet so idealtypische Ikonen von Personen, die er in Gedanken seltsam miteinander spielen lässt - harmlos wie die Gebrauchsanweisungen für die Spielszenen der Barbiepuppen.


Claude Lévêque - Troubles

8. Mai bis 29. Juni 1997

Der Kasseler Kunstverein macht im Sommer 1997 der großen Dame documenta Platz und zieht kurzzeitig um in die (säkularisierte) Alte Brüderkirche, die in direkter Nachbarschaft zum Fridericianum liegt. Im Dialog mit dem auratischen Kirchenraum richten dort zunächst Claude Lévêque (Paris) und später Kazuo Katase (Kassel) je eine Installation ein.
Claude Lévêque (geboren 1953) fasst diese frühgotische Klosterkirche als Kopf auf und baut als Gehirn ein Labyrinth ein. 'Troubles', Verwirrungen, nennt Claude Lévêque seine Arbeit, wobei er diesen Titel von seiner Mutter, die fast erblindet ist, niederschreiben läßt. Präzise ausgeführt und nüchtern setzt er seine Geometrie der leicht wehenden transparenten Stoffbahnen in den Kirchenraum. Die sakrale Architektur wird mit computergenerierten Motorengeräuschen leicht hämmernd beschallt. Nebelschwaden füllen stoßweise den Raum, und der Besucher wandelt zwischen den weißen Tüchern. Vom Nebel und den bohrenden Motorengeräuschen geleitet, werden Weg, Richtung und Standpunkt des Betrachters äußerst labil. Ein labyrinthischer Weg wird imaginativ. Der Assoziation des Betrachters und seiner Wegbeschreitung werden freie Bahn gelassen.


Kazuo Katase - Ort-Raum Götternacht

13. Juli bis 31. August 1997

Kazuo Katase (geboren 1947) schafft im Dialog mit den Bedingungen des gegebenen Ortes seine Rauminstallationen. Es entstehen blaudurchflutete, meditativ-sakrale Gegenwelten. In seinen Lichträumen verlieren sich die gewohnten Zuordnungen, gleichzeitig wird die Wahrnehmung des Betrachters geschärft.


MONITORING

19. bis 23. November 1997

Candela 2 / Claudio Casales / Martin Dammann /
Aernout Mik / minimal Club / Merel Mirage / Ella Raidel /
Matthias Roth / Hans-Peter Scharlach

Eine Ausstellung von Video- u. Medieninstallationen im Rahmen 14. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofestes in Zusammenarbeit mit dem Filmladen e. V.
MONITORING zeigt eine weite Spannbreite unterschiedlicher Positionen zum Thema des Betrachterumgangs mit vorgefundenen Bildern bzw. Bildapparaten. Oder allgemeiner: Im Akt des Monitorings manifestiert sich sowohl der kontrollierende als auch der kontrollierte Blick. Dem Betracher wird durch das kontrollierte Verfolgen und Vergleichen von Videomaterial die Fragilität und Künstlichkeit seines Beobachterstatuses bewusst.

 
   
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