Kasseler Museumsnacht 2019


Kasseler Museumsnacht
7. September 2019

Jan Peters: Kollisionen - Seltsame Materie / Strange Matter - Cern Material Trigger 42
Ein Zusammenprall von Wissenschaft und Kunst

Öffnungszeiten während der Museumsnacht: 17 - 1 Uhr

Programm
17.00 Kollisionen (von Marie-Catherine Theiler und Jan Peters, ca. 90 Min) 
18.30 Seltsame Materie / Strange Matter (von Michael Busch, ca. 45 Min)
19.15 Cern Material Trigger 42 (von Jan Peters, 24'42 Min'Sek)
19.45 Kollisionen (von Marie-Catherine Theiler und Jan Peters, ca. 90 Min) 
21.15 Seltsame Materie / Strange Matter (von Michael Busch, ca. 45 Min)
22.00 Cern Material Trigger 42 (von Jan Peters, 24'42 Min'Sek)
22.30 Kollisionen (von Marie-Catherine Theiler und Jan Peters, ca. 90 Min) 
00.00 Seltsame Materie / Strange Matter (von Michael Busch, ca. 45 Min)
00.45 Cern Material Trigger 42 (von Jan Peters, 24'42 Min'Sek)

Kollisionen

In der Lecture-Performance-Film Kollisionen (von Marie-Catherine Theiler und Jan Peters, ca. 90 Min) gewähren Peters und Theiler Einblicke in ein Universum, in dem Wissenschaftler am Europäischen Kernforschungszentrum CERN Regeln aufstellen, um Anomalien untersuchen zu können, auf der Suche nach den letzten Dingen, die hier Elementarteilchen heißen. Hinter Anomalien können sich neue Entdeckungen verbergen, deshalb müssen sie genau analysiert werden. Urknall und Schöpfungsmythen begegnen sich im Kabelsalat und den ungeheuren Datenmengen, die ungefiltert niemand bewältigen kann.
Diese hochwissenschaftliche Welt kollidiert mit dem Alltag der Familie. Fast beiläufig werden so kritische Positionen zur Wissenskultur formuliert, die die von Jan Peters präsentierten Bilder (und damit verbundenen Erfahrungen) adressieren und reflektieren. Am Ende des Films fixiert Peters das hochtechnologische Mega-Experiment am CERN mit einer Lochbildkamera auf Schwarzweiss-Papier, welches er mit Instantkaffee, Vitamin-C und Waschsoda entwickelt, während Theiler genügend Popsongs über das Leben, das Universum und alles geschrieben hat, um die Veröffentlichung ihrer ersten Langspielplatte anzuvisieren.


KOLLISIONEN, Kulturraum Zwingli, Oktober 2017: https://vimeo.com/266100443

Seltsame Materie 
Seltsame Materie / Strange Matter kommt auf der Erde nicht in stabiler Form vor. Das Strange Quark verursacht einen Zustand ständiger Auflösung und Transformation. Verschwörungstheorien zufolge kann Seltsame Materie auch unsere stabile Materie in einen seltsamen Zustand überführen, sie gar verschlucken. Insofern ist das Auftreten von Seltsamer Materie immer gefährlich. Die Flüchtigkeit der Materie, der Bilder und Gedanken, ihre „strangeness“ ist der Kern von Michael Buschs Live Film Konzert Seltsame Materie / Strange Matter (ca. 45 Min). Er arbeitet bei dieser audiovisuellen Partitur, immer an der Grenze der Überforderung, mit mehreren Super 8 Projektoren, Dias und Video, überblendet Bilder, spielt Texte ein, macht Musik rund um einen präparierten Konzertflügel. In einer Mischung aus Konzert und Film Performance entsteht so aus banalen Super8 Filmen eine dystopische, vielschichtige Filmerzählung, in der Überschwemmungen, kontaminiertes Wasser und endlose Regenfälle eine große Rolle spielen.


Seltsame Materie / Strange Matter, Volksbühne, April 2017: https://www.youtube.com/watch?time_continue=3&v=QWNUIRN0G8k

Cern Material Trigger 42

Am Europäischen Kernforschungszentrum CERN suchen Wissenschaftler nach den physikalischen Grundlagen des Universums. Mit Hilfe eines Teilchenbeschleunigers simulieren sie den Urknall und sammeln davon Daten. Die Menge der Daten übersteigt alle Rechnerleistungen. Für die Analyse werden deshalb bestimmte Daten herausgefiltert. Diesen Vorgang nennt man „Trigger-Selektion“.
Auch für den Kurzfilm Cern Material Trigger 42 (von Jan Peters, 24'42 Min'Sek) wurde einen Trigger angewendet. Der Trigger war die Zahl 42. Aus über 2400 Einstellungen, gedreht während eines Künstlerstipendiums am CERN, wurden nur die mit der Endnummer 42 herausgefiltert und als Rohmaterial chronologisch aneinandergereiht.