Jules de Balincourt: AS FAR WEST AS WE COULD GO


I like the idea of the „road trip“ with painting, this notion of not knowing where you’ll be, or what you’ll see along the way. Painting for
me is very similar in the sense that I don’t want to be following a preconceived map.
–Jules de Balincourt


Erstmalig wird in Deutschland in einem institu-tionellen Rahmen eine Einzelausstellung des international renommierten Malers Jules de Balincourt gezeigt. In den Räumen des Kasseler Kunstvereins sind neben wichtigen Werken der letzten Jahre auch neue, eigens für diese Ausstellung entstandene Bilder zu sehen.

Die Malerei des in Frankreich geborenen und in Brooklyn (NY) lebenden Künstlers wirkt durch locker hingeworfene warme Farben, als bewege sich der Maler zwischen naiver Leichtigkeit und gestischem Duktus. Die Werke stellen dabei eine zärtliche wie zugleich kraftvolle Auseinandersetzung mit den alltäglichen großen und kleinen Geschichten dar, die dem globalisierten Alltag des Künstlers entstammen.

De Balincourt arbeitet stets gleichzeitig an mehreren Werken, die dadurch in einen wechselseitigen Dialog treten, der von den verschiedenen dargestellten Orten und der Vielzahl realer Begegnungen handelt, die der Maler nur punktuell anklingen lässt, jedoch nie zu Ende erzählt. Jedes seiner Bilder formt so einen eigenen Kosmos, eine Parallelwelt, die zwischen Utopie und Dystopie schwankt. Bürgerkriege, Ölkrisen, cartoonartige Explosionen, Karten, auf denen Reisen verzeichnet sind, Textfragmente, Stadtansichten und nächtliche Strandszene, die im (N)irgendwo spielen, sind nur einige Sujets seiner
facettenreichen Malerei, die sich von Figuration bis Abstraktion spannt.

Mit den vielschichtigen Visionen, die de Balincourt in seiner Malerei entwirft, geht er über das hinaus, was Realität ist. Er zeigt uns in den Dialogen, die er zwischen seinen malerischen Paralleluniversen schafft, eine Welt, wie sie sein könnte.